Obstbäumchen pflanzen statt Schulbank drücken

Projekt "Essbarer Pausenhof"

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„Da müssen sie hin!“ Maria Hager zeigt der Kindergruppe ihre Pflanzstelle. Hinten Sponsor Gerhard Treiblmair mit dem Hausmeister und weiteren Pädagoginnen.

Polling – Der von der alten Klostermauer umgebene idyllische Pausenhof der Pollinger Grundschule wurde am vergangenen Donnerstag mit 30 Obstbäumchen, Sträuchern und etwa 70 verschiedenen Kräutern zum „Essbaren Pausenhof“ umgestaltet.

Nur dass die Gärtner diesmal keine Profis oder Gemeindearbeiter waren, sondern alle sechs Klassen der Grundschule plus 25 Vorschulkinder mit Spaten, Schaufeln und Gießkannen am Werk waren. Die Idee dazu hatte Maria Hager vom örtlichen Verein für Gartenbau und Landschaftspflege. „Unser Projekt ist nicht ganz neu. Es gibt bereits in Andernach die ‚Essbare Stadt‘. Ich habe es für unseren Pausenhof konzipiert und bei allen Beteiligten des Gemeinschaftsprojekts – Grundschule, Gemeinde, Elternbeirat, Hort und Mittagsbetreuung – offene Türen eingerannt.“ Die Sparkasse Oberland förderte den Pflanzenankauf mit 800 Euro und die Raiffeisenbank spendierte die Beschilderung. Vor der Aktion verteilte Hager die Aufgaben an die Kindergruppen, erklärte die Obstbezeichnungen und wies die Plätze an der Klostermauer zu. Zu finden sind dort unter anderem Äpfel, Aprikosen, Birnen, Himbeeren, Pflaumen, Stachelbeeren, Kirschen und Renekloden (Mirabellenähnliche Früchte).

„Das Projekt passt zum aktuellen Lehrplan ‚Wertevermittlung‘. Die Kinder pflanzen, gießen, können ihren Bäumchen und Kräutern beim Wachsen zusehen, müssen dabei Geduld aufbringen und können zum Schluss naschen “, erklärte Hager im Gespräch. Ganz ohne Protest, bei den vorwiegend älteren Buben, sei die Vorbereitung aber nicht abgelaufen. Einige Gehölze mussten an der Mauer entfernt werden. „Die waren doch ideal zum auf die Mauer klettern“, sagte sie mit einem Lache. Für die Erstklässler war das überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil. „Das ist richtig spannend. Ich habe noch nie ein Obstbäumchen gepflanzt. Ich werde ganz toll darauf aufpassen“, versicherte Luisa. Sichtlich Freude beim Gießen ihrer Pflanzen hatten auch Felix und Basti. „Wir wechseln uns ab mit der Gießkanne. Das macht richtig Spaß“, sagten sie.

Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz stand voll hinter der Idee. „Wir unterstützen es gern. Die Kinder tun etwas und übernehmen die Verantwortung. So lernen sie ihre Arbeit und die Produkte wertschätzen“, begründete Betz den Anteil der Gemeinde.

Von Georg Müller

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