Rumänienhilfe Weilheim: Bilanz nach 25 Jahren

"EU-Hilfen versickern"

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Ein Teil des Startteams um Peter Handel mit dem heutigen Organisator. Vorne (v.li.): Peter Handel, Agi Bielz, Werner Kranzer. Hinten (v.li.): Franz Vielhuber, Lee Sullivan, Ludwig Steigenberger, Martin Albrecht, Hanni Grünbauer, Gerhard Trautinger. Nicht dabei Walter Hüglin, Peter Resch.

Weilheim – 25 Jahre nach dem von Peter Handel und einem rührigen Helferteam organisierten Hilfskonvoi ins rumänische Banat traf sich am vergangenen Sonntag auf Einladung des AWO-Vorsitzenden Gerhard Trautinger ein Teil des damaligen Startteams zum Rück- und Ausblick. Den Schwerpunkt bildete ein beeindruckender Dokumentarfilm des ersten Hilfstransports.

Beim Treff im AWO-Stüberl würdigte Trautinger – er organisiert und betreut die Hilfs- transporte seit 2008 – den heute 94-jährigen Handel als Brückenbauer und Wegbereiter der Rumänienhilfe. Trautinger war bereits 35 Mal in den drei heute noch unterstützten Dörfern sowie in einem Kinderheim. Die Situation dort schildert er als teils beängstigend. Von den bisher von der EU geleisteten Hilfen sei auf dem Land wenig zu sehen. Es gebe eine hohe Arbeitslosigkeit in den Dörfern (68 Prozent), eine unzureichende Kanalisation und schlechte Straßen. Viele Bewohner hätten vom Prinzip der Nachbarschaftshilfe noch nichts gehört. Fortschritte in der Demokratie gäbe es nur sehr zögerlich. Trotz allem Frust über die aufgezählten Defizite bleibt die Einsatzbereitschaft der Helfer groß. „Wenn wir hinkommen, erleben wir Freude. Sie ist unsere Belohnung. Wir bleiben dran im gewählten Zielgebiet“, versprach Trautinger.

Das Dranbleiben hat sich in den vielen Jahren der Hilfe jedoch gewandelt. Statt großer Lkw nutzen die Helfer inzwischen kleinere Fahrzeuge. „Wir haben keinen Blaulichtstatus wie DRK oder THW, sondern müssten hohe Mautgebühren zahlen. Mit Kleinfahrzeuge bleibt es beim Pickerl. Das können wir gerade noch tragen“, stellte Trautinger in seinem Resümee fest. Er dankte in diesem Zusammenhang dem Autohaus Medele für die unkomplizierte Überlassung eines Sprinters im Bedarfsfall.

Am 22. März geht der nächste Hilfstransport auf die rund 1 100 Kilometer lange Fahrt. Im Juni dieses Jahres wird dann eine offizielle Delegation mit Vertretern der Stadt die Helfer begleiten.

Der 1920 in Hermannstadt geborene Peter Handel kam 1940 nach Peißenberg, wurde Gründungs- und Vorstandsmitglied der Landsmannschaft der „Siebenbürger Sachsen“ und organisierte für die zurückgebliebenen Landsleute bereits seit 1985 zahlreiche Paketaktionen.

Georg Müller

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