Der emotionale Druck muss raus

Ex-Umweltminister sucht nach Lösung für Pähler Eselfarm

Ex-Umweltminister Dr. Thomas Goppel in seinem Homeoffice.
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Von seinem Homeoffice aus versucht Ex-Umweltminister Dr. Thomas Goppel eine zeitnahe finale Klärung für die Pähler Eselfarm zu erreichen.

Pähl – In der unendlichen Geschichte um Abriss oder Weiterbestehen der Eselfarm Asinella in Pähl bringt sich jetzt ein prominenter Akteur ein: Dr. Thomas Goppel (73), der 44 Jahre für die CSU Abgeordneter im Bayerischen Landtag war, davon 13 Jahre als Minister in drei Bereichen. Durch seine viereinhalb Jahre als Umweltminister kennt sich Goppel aus mit den komplizierten Regelungen für Naturschutzflächen. Das betrifft auch die Eselfarm von Anahid Klotz, die im Außenbereich und im FFH-Gebiet liegt.

Über die entscheidende Frage, ob die Eselfarm ein landwirtschaftlicher Betrieb ist oder nicht, streiten seit über einem Jahr das Landratsamt Weilheim-Schongau, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und natürlich die Betreiber, die mit allen Mitteln gegen den drohenden Abriss kämpfen. Nach diversen Einsprüchen, Gutachten und einer Unterschriftenaktion mit 7 263 Befürwortern samt einem gewaltigen Medienecho nimmt sich seit Herbst 2020 sogar der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags der Sache an.

Hier fordert die Grünen-Abgeordnete Anne Franke als Fürsprecherin vehement eine Rücknahme der Beseitigungsanordnung. Sie sprach von einem „massiven Behördenversagen“ des Landratsamtes, weil man die vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erteilte Privilegierung einfach ignoriert habe. Der CSU-Abgeordnete Berthold Rüth dagegen zweifelt eine Privilegierung der Eselfarm trotz des Gutachtens an und sieht weiteren Klärungsbedarf.

Rüth stimmte dem Mitwirken und Wunsch seines Parteikollegen Goppel zu, den enormen emotionalen Druck aus der Angelegenheit zu nehmen. Während Anahid Klotz und ihr Mann Gerhard Gregori um ihre berufliche Existenz fürchten, müssen sich das AELF und das Referat Bauen und Umwelt im Landratsamt endlich einigen, ob eine landwirtschaftliche Privilegierung vorliegt oder nicht.

Von seinem Homeoffice in Eresing (Landkreis Landsberg) aus schlug Goppel die Gründung einer Arbeitsgruppe vor, die zweifelsfrei klären müsse, ob die vorhandenen Einrichtungen der Eselfarm den Ansprüchen eines landwirtschaftlichen Anwesens genügen. In der Arbeitsgruppe sollen neben Michael Kaiser vom Landwirtschaftsministerium auch Rainer Schömig vom Landratsamt Weilheim-Schongau, Grünen-Abgeordnete Franke und CSU-Abgeordneter Rüth vom Petitionsausschuss des Landtags sowie der Rechtsanwalt von Eigentümerin Klotz teilnehmen.

Goppel hofft, dass die Entscheidung am Ende sachlich so korrekt ausfallen wird, damit Landrätin Andrea Jochner-Weiß letztendlich guten Gewissens Ja oder Nein zur Genehmigungsfähigkeit sagen kann.

Von Dieter Roettig

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