"Existenz 2017": Gründermesse am 30. September in Weilheim

Gute Ideen finden Platz am Markt

+
Drei Veranstalter, ein Ziel: Harald Hof (IHK-Geschäftsstelle Weilheim), Justina Eibl (Leiterin Stabsstelle Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung) und Jan von Gruchalla (Handwerkskammer) (v.li.) hoffen auf interessierte Besucher.

Weilheim/Landkreis – Die Überlegung, sein eigener Chef zu werden, treibt viele Arbeitnehmer um. Wirtschaftlichen Erfolg hat aber nur, wer gut vorbereitet in die Selbstständigkeit startet. Auf der „Existenz 2017“, die am 30. September in die achte Runde geht, können sich Gründungswillige kompakt und kostenlos informieren.

Im Landkreis Weilheim- Schongau werden laut IHK-Berater Harald Hof wöchentlich 17 neue Gewerbe angemeldet. Bei den Jungunternehmern handelt es sich meist um deutsche Männer, 35 bis 45 Jahre alt, ohne Mitarbeiter. „Jüngere sind risikoreicher“, so Hof. Zwei Drittel der Gründungen finden im Nebenerwerb statt, da die Festanstellung den Gründern noch ein sicheres Einkommen bietet, wie sie in Beratungsgesprächen erklären. Bei Frauen, Bürgern ohne deutschen Pass und in der Generation 50plus sieht der IHK-Berater noch erheblichen Nachholbedarf.

Gründerboom hat nachgelassen

Den Rückgang bei den Neugründungen – 2016 waren es 889 und damit 10,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum – führte Hof bei einem Pressegespräch in Weilheim auf die gute Konjunktur, den stabilen Arbeitsmarkt und den zunehmenden Fachkräftemangel zurück.

Diametral entwickelten sich mit einem Plus von 11,5 Prozent die Betriebsübernahmen. Wo versprechen sich die Gründer den größten Erfolg? Die potenziellen Unternehmer wollen vor allem personenbezogene Dienstleistungen anbieten oder sind im Handel angesiedelt, berichtete Hof. In Beratungsgesprächen verweist er vor allem auf ein schlüssiges Business-Konzept, denn: Je besser die Vorbereitung, desto höher die Überlebenschancen am Markt.

Viele Handwerksbetriebe suchen einen Nachfolger

Hofs Kollege von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Jan von Gruchalla, erläuterte die positive Entwicklung des Handwerks im Landkreis. Mit 194 Betriebsgründungen in 2016 (+23 Prozent gegenüber Vorjahr) ließen diese Zahlen von Weilheim-Schongau im oberbayerischen Vergleich auf eine „herausragende Dynamik“ schließen. Bis September seien im laufenden Jahr bereits weitere 130 Betriebsgründungen erfolgt.

Die Bedeutung des Handwerks als Wirtschaftsfaktor machte von Gruchalla anhand weiterer Zahlen deutlich: So würden die 2 561 Handwerksbetriebe im Landkreis jeden sechsten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen und gut 22 Prozent aller Umsätze erwirtschaften, wusste der Berater der Handwerkskammer zu berichten.

Von Gruchalla stellte aber auch klar, dass eine Selbstständigkeit im Handwerk ohne eine fundierte betriebswirtschaftliche Kompetenz und einen sorgfältig ausgearbeiteten Businessplan keine Aussicht auf Erfolg habe. „Am besten vorbereitet“ sind nach den Erfahrungen des Beraters die Gründerinnen. Im Handwerk seien es sehr oft die Frauen, die in den Betrieben die kaufmännische Betriebsführung übernehmen. Kaufmännisch kompetent zu sein, sei für den selbstständigen Handwerker zunehmend ein „überlebensnotwendiges Kriterium“.

Als besonders aussichtsreiche Form einer Existenzgründung bewertete Gruchalla die Übernahme und Fortführung eines bereits etablierten Betriebes. Zahlreiche Handwerksbetriebe seien auf der Suche nach einem Nachfolger, der es sich zutraue, einen mittelständischen Betrieb zu übernehmen und damit auch die bestehen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern.

Justina Eibl, am Landratsamt für die Wirtschaftsförderung verantwortlich, verspricht sich von der zeitgleich stattfindenden Oberlandausstellung Interessierte, die beide Veranstaltungen besuchen. Gemeinsame Ausrichter des Existenzgründertages sind wieder die IHK, HWK und der Landkreis, wobei sich die Wirtschaftsförderung im Landratsamt laut Eibl in der Funktion eines „Lotsen“ sieht, der die Ratsuchenden an die richtige Stelle weiterleitet. „Jungunternehmer und Existenzgründer sind wichtig für den Standort“ und ihr Besuch der ‚Existenz‘ „ein Muss“, unterstrich Eibl und verwies auf den Beratungsverbund.

Neues Konzept

Die Gründermesse findet am Samstag, 30. September, von 9.30 bis 13.30 Uhr in der IHK-Akademie Weilheim, Pütrichstraße 30-32 statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Aufgrund der aktuellen Situation mit rückläufigen Gewerbeanmeldungen werden auf der „Existenz 2017“ nur noch Fachvorträge angeboten. Experten beantworten individuelle Fragen und vermitteln Kontakte in Netzwerke, von denen die Gründer profitieren können.

Programm

– 9.30 Uhr: Formalitäten für Gründer in Handel, Handwerk, Dienstleistung und freien Berufen

– 10.15 Uhr: Wahl der Rechtsform

– 11 Uhr: Steuerliche Rahmenbedingungen

– 12 Uhr: Wie kommen Jung-

unternehmer an erste Aufträge?

– 12.45 Uhr: Bei Google auf der ersten Seite: So gehts.

Das vollständige Vortragsprogramm ist abrufbar unter www.gruenden-in-oberbayern.de/veranstaltungen/ oder bei der IHK-Geschäftsstelle in Weilheim per E-Mail an hof@muenchen.ihk.de.

Von Maria Hofstetter

Auch interessant

Meistgelesen

Weilheimer Adventturnen
Weilheimer Adventturnen
Neue Handwerksmeister
Neue Handwerksmeister
Eng verbunden mit der Patenstadt
Eng verbunden mit der Patenstadt
Zu zweit unterm Baum
Zu zweit unterm Baum

Kommentare