Klaus Gast führt am Tag des offenen Denkmals durch die Geschichte

Nasse Exkursion zu den Weilheimer Wasserquellen

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Am Fuße der ehemaligen Gögerlburg und am Rande der Weilheimer Quellen schilderte Kreisheimatpfleger Klaus Gast (re. vorne mit Schirm) seiner Interessentengruppe die Geschichte der städtischen Wasserversorgung.

Weilheim – Am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ werden historische Schätze der Öffentlichkeit vorgestellt und Kulturdenkmäler geöffnet, die sonst verschlossen bleiben. In Weilheim unternahm Kreisheimatpfleger Klaus Gast mit über 40 Interessenten einen Ausflug entlang des Angerbachs vom Ölschlag über die Reste der Gögerlburg bis hin zum Weilheimer Wasserschutzgebiet.

Das gewählte Thema „Wasserversorgung Früher und Heute“ passte, denn das Wasser kam von oben und unten. Regenumhänge, Schirme und wetterfestes Schuhwerk waren obligat. „Ja, unser Thema heute ist das Wasser und wir haben alles arrangiert, damit Sie es mit allen Sinnen spüren können“, wandte sich Gast bei der Begrüßung am Ausgangspunkt humorvoll an sein Publikum.

Der rund zweistündige Marsch durch die Geschichte führte zuerst zu dem vor etwa 20 000 Jahren zum Ende der Würmeiszeit entstandenen Angerbachtal am nördlichen Rand des Gögerls und dann hinauf zu den Resten der ehemaligen Gögerl-

burg. Hier schilderte der Kreisheimatpfleger auf den noch sichtbaren Überbleibseln der Wälle anschaulich die Entstehung der Verteidigungsanlage aus dem 9. und 10. Jahrhundert zur Zeit der Ungarnkriege. Die Burg sei als Rückzugsort der Deutenhausener notwendig gewesen, erklärte Gast seinen interessierten Zuhörern, um die schnellen Reiter von einem Angriff auf die Befestigungsanlage abzuhalten. Eine zweite Burg auf dem Hechenberg sei eher für den Schutz der Weilheimer gedacht gewesen.

Der Weg zur dritten Station, der „Angerer Villa“, führte entlang der Weilheimer Quellen. Von hier aus wurde das Wasser für die Stadtbevölkerung erst durch Holzröhren und später durch gusseiserne Röhren zum Brunnen auf dem Marienplatz geleitet. In der Neuzeit seien dann die Hochbehälter gebaut worden, berichtete Gast.

Letzter Höhepunkt und Ziel der Führung war die nach dem Erbauer benannte nichtöffentliche „Angerer Villa“ am Rande des Wasserschutzgebiets. Die Urenkelin des Eigentümers Dr. Angerer, Ulrike Kochendörfer, wusste für die Teilnehmer der Exkursion interessante Details der eng mit der Familie verbundenen Geschichte des Hauses zu erzählen. Mit Humor schilderte sie der Gruppe Erlebnisse aus ihrer Kindheit und die damaligen Lebensumstände. Das Haus sei ein Treff adeliger Jagdgesellschaften wie auch von Professoren und Dichtern gewesen. Zum Abschluss der Führung gab es reichlich Applaus für Kochendörfer und Gast. „Es war phantastisch. Wir haben viel Neues erfahren“, lobten die Teilnehmer.

Von Georg Müller

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