Peißenberger Montessori-Schüler präsentierten praktische Facharbeiten

Von Pizzaofen bis Solar-Karussell

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Lorena Wanninger baute ein solarbetriebenes Karussell. Rechts Klassenlehrer Ingo Böhme.

Peißenberg – Pizzaofen, Kletterwand, Modellflugzeug, Magnetschwebebahn, Seilzug für Pferdesattel, Leuchtreklamekasten, Intarsienarbeit oder Wohnanhänger für Fahrräder. Mangelnde Kreativität kann man den 36 Montessori-Schülern nicht vorwerfen, die in der Tiefstollenhalle ihre praktischen Facharbeiten präsentierten.

Die Werkstücke waren Teil des Montessori-Abschlusses und wurden von Schülern der achten Jahrgangsstufe angefertigt – ganz nach dem offiziellen Schul-Leitspruch „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die Schüler mussten nicht nur ein Werkstück abliefern, sondern auch eine wissenschaftliche Abhandlung dazu verfassen und ihr Projekt vor großem Publikum präsentieren. „Die Anforderungen sind breit gefächert“, weiß Lehrer Ingo Böhme zu berichten. Betreut wurden die Schüler lediglich von einem externen Mentor. Martin Streicher hat sich bei seiner filigranen Intarsienarbeit aus Furnierhölzern von der Peißenberger Schreinerei Burkhart beraten lassen: „Die kannten sich dort super aus“, schwärmt der 14-Jährige. Tipps vom Opa, der eine Ingenieursausbildung vorzuweisen hat, holte sich Lorena Wanninger beim Bau ihres solarbetriebenen Karussells. Für das Thema „regenerative Energien“ interessiert sich die Murnauerin (13) schon länger. Auch mit der „Fridays for Future“-Bewegung sympathisiert sie: „Eine Demo hab´ ich schon mitgemacht.“

Erst etwas mit Pflanzen wollte Collin Wachs aus Reichling machen, doch dann entschied sich der Donald-Duck-Fan für seine Leidenschaft: Er baute ein Modell von Entenhausen nach, mit dem Wohnhaus seines Idols, dem Geldspeicher von Onkel Dagobert und der Werkstatt von Daniel Düsentrieb. In der Präsentation hieß es, dass Collin „gerne Comics liest – sehr zum Leidwesen seiner Eltern“. Doch zumindest Mama Sina gab sich angesichts der Kreativität ihres Sohnes einsichtig: „Ich nehme alles zurück. Es war sein Projekt und dafür hat er gebrannt.“ Emma Ritzers hingegen ist leidenschaftliche Wassersportlerin. Die 14-Jährige wollte zunächst ein neues SUP-Board bauen, entschied sich aber dafür, ein altes zu restaurieren. Getestet wurde das Werkstück im Weilheimer Hallenbad, „weil der Alpsee noch zugefroren war“. Das Board ist laut Ritzer nicht nur „wunderschön“, sondern auch extrem wendig. Pfingsten fährt sie damit an den Gardasee: „Da geht’s dann so richtig ab.“

Von Bernhard Jepsen

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