Asiatischer Laubholzbockkäfer wird in Murnau mit mehrtägigen Fällaktionen bekämpft

Kleiner Käfer, großer Schaden

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Um den aus Asien eingeschleppten ALB auszurotten, müssen bereits befallene und „befallsverdächtige“ Gewächse entfernt und anschließend verbrannt werden.

Murnau – Meist über Holzverpackungen aus China eingeschleppt ist vor dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis, ALB) kaum ein Laubholz sicher. Der schwarze Käfer mit hellen Flecken befällt gesunde Bäume und bringt diese bei starkem Befall zum Absterben. Einer der fünf Orte, an denen der ALB bisher in Bayern entdeckt wurde, ist Murnau.

Um die weitere Ausbreitung des für heimische Laubgehölze äußerst gefährlichen, meldepflichtigen Schädlings zu verhindern, finden voraussichtlich bis 7. April in Murnau und Seehausen Fällaktionen statt. Wie Elke Zahner-Meike, eine Sprecherin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), auf Nachfrage des Kreisboten berichtete, haben circa 70 Prozent der Laubgehölze, die entfernt werden müssen, einen Durchmesser unter zwei Zentimetern. Hier handelt es sich vor allem um Gestrüpp. Von den Laubbäumen sind besonders Ahorne und Eschen betroffen. Bei den Fällmaßnahmen, die großteils auf dem Gelände der Bahn und auf Gemeindeflur stattfinden, sind speziell auf den ALB trainierte Spürhunde im Einsatz.

Fällaktion in Murnau

Nur circa fünf Prozent der befallenen Pflanzen stehen auf privatem Grund. „Verdachtsfälle“ kommen nach Auskunft der LfL-Sprecherin in Quarantäneboxen und werden im Freisinger Labor untersucht, im Umkreis von circa 500 Metern des alten Volksfestplatzes werden Fallen mit Lockstoffen aufgestellt.

Nach einer Verdachtsmeldung Ende Oktober 2016 haben Experten der LfL, unterstützt von einem ALB-Spürhund, an mehreren Laubbäumen im Bereich des alten Volksfestplatzes Ein- und Ausbohrlöcher sowie frische Eiablagen des Käfers gefunden. Daraufhin wurden alle ALB-Wirtspflanzen vom Boden aus untersucht und Daten für die Erstellung eines Baumkatasters erhoben. Da der Käfer als Larve im Holz überwintert, fand während dieser Zeit keine Ausbreitung statt. Die „Quarantänezone Murnau“ wurde eingerichtet, sie umfasst neben den Gebieten des Marktes Murnau auch die Gemeinden Seehausen und Spatzenhausen.

Bei Infoabenden wurde die Bevölkerung von Fachleuten der LfL, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim und von Vertretern der Gemeinden über die Fällaktionen, Auswirkungen für Grundstückseigentümer und die Möglichkeiten der Nachpflanzung während der Quarantänezeit aufgeklärt. Für den Transport, die Entsorgung von Gehölzschnitt, Grünabfällen und Brennholz im Quarantänegebiet gelten besondere Regeln, die strikt einzuhalten sind.

Wie erkennt man befallenes Laubholz? LfL-Pressesprecherin Sabine Weindl hat die Antwort parat: „Charakteristisch ist ein kreisrundes Ausbohrloch mit einem Durchmesser von rund einem Zentimeter. Die Larvenaktivitäten sind an den Bohrspänen deutlich zu erkennen. In den nächsten Wochen wird der Schädling wieder aktiv.“

Verdachtsfälle sind der LfL, Institut für Pflanzenschutz in Freising, Tel. 08161/715730, am besten per E-Mail: ALBeLfL.bayern.de zu melden. Weindl rät, ein aussagekräftiges Foto mitzusenden und den Käferfund für Untersuchungszwecke in einem Glas aufzuheben. Mehr Informationen im Internet unter www.lfl.bayern.de.

Von Maria Hofstetter

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