Grüne fordern Lösung für Parkplatzmisere am Weilheimer Bahnhof

Wohin mit dem Rad?

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Ihrem Anspruch, eine fahrradfreundliche Stadt zu sein, wird Weilheim beim Anblick dieses wilden Drahtesel-Wirrwarrs nicht gerecht.

Weilheim – Als „Zumutung für die Bürgerinnen und Bürger“ reklamieren die Grünen die Fahrradabstellanlagen im Bahnhofsbereich. In einer Anfrage an Bürgermeister Markus Loth kritisiert Stadtrat Karl-Heinz Grehl die „völlig unzureichende Situation“ und den „katastrophalen Zustand“.

Die Kreisgruppe des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) habe bereits 2012 um Verbesserungen und eine Berücksichtigung bei der Neuplanung des Bahnhofumfeldes gebeten, was in den vergangenen fünf Jahren aber nicht geschehen sei, beanstandet Grehl in seinem Schreiben.

Das Schaffen von Fahrradabstellplätzen ist eine kommunale Aufgabe. Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt gab in der Stadtratssitzung Anfang Mai den aktuellen Planungsstand wieder und bezog Stellung zu Grehls Fragen. Die Anregungen des ADFC für die Planung der Fahrradständer im Norden beim neuen Busbahnhof seien 2012 in die Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb „Busbahnhof und Bahnhofsumfeld“ eingeflossen und 1:1 übernommen worden, berichtete sie.

Hinter dem Dönerstand gegenüber dem Bahnhof ist, wie Roppelt auf Nachfrage des Kreisboten erklärte, ein doppelstöckiger „PedalParc“ (fahrradschonende Abstellmöglichkeit) geplant, der 312 Räder aufnehmen kann. Seine Realisierung ist im Zuge des ersten Bauabschnitts – nördliche Bahnhofsallee bis unter Busbahnhof – für das Jahr 2018 vorgesehen. Auf dem Grundstück, das die Stadt von der DB erworben hat, sind jedoch laut Stadtbaumeisterin noch viele Vor- und Aufräumarbeiten zu erledigen.

Die Sanierungsmaßnahmen betreffen beide Bauabschnitte – zweiter Bauabschnitt: südlicher Bereich Bahnhofsallee, Bahnhofsvorplatz, Bahnhofstraße – und sollen im Sommer 2017 beginnen, sobald die Bahn ihre Baustelleneinrichtung wieder abgebaut hat.

Elf Fahrradbügel sollen direkt am Bahnhofsgebäude installiert werden. Das Areal südlich davon ist im Besitz der DB. Sie stellt der Stadt die Fläche für das Anbringen einer zweistöckigen Anlage mit circa 104 Abstellplätzen zur Verfügung.

Auf dem Grundstück zwischen Bahnhofsgebäude und Laderampe sieht die Stadt ein doppelstöckiges Fahrradparkhaus mit weiteren 500 Abstellplätzen vor, eventuell mit Radservice und Absperrmöglichkeit für hochwertige Bikes. Eine zeitliche Verzögerung könnte sich laut Roppelt dadurch ergeben, dass die Stadt noch keinen Zugriff auf das Grundstück hat. Das Areal gehört der Bahn, die es an einen Investor veräußern will. Für alle im Bahnhofsbereich geparkten Fahrräder soll es überdachte Plätze geben.

Gegenüber dem Bahnhofsgebäude sind, wie Roppelt weiter ausführte, zwei Ladestationen für E-Bikes vorgesehen. Die Stadt wird dort eine öffentliche Toilettenanlage mit behindertengerechtem WC errichten und betreiben.

ADFC hat Bedarf ermittelt

Die ADFC-Kreisgruppe Weilheim-Schongau hat, vorbereitend zur Ausschreibung eines Planungswettbewerbs, von April bis Juli 2012 zwischen 8.30 und 16.30 Uhr an der Ostseite des Weilheimer Bahnhofs 14 Zählungen durchgeführt und dabei einen „Spitzenwert“ von 465 abgestellten Rädern ermittelt. 229 dieser Räder waren „wild“ an Geländern oder unter dem Bahnsteigdach geparkt. Dass die vorhandenen Abstellmöglichkeiten nicht genutzt werden, führt der ADFC auf deren gravierende Qualitätsmängel zurück. Damit die Pendler ihr Auto daheim stehen lassen und mit dem Rad zum Bahnhof fahren, müssten für die Bikes nah an den Bahnsteigen ausreichend beleuchtete, einfach benutzbare und diebstahlsichere Parkmöglichkeiten in ausreichender Zahl vorhanden sein. Der ADFC plädiert in einem Schreiben für eine Anlage mit 700 Radstellplätzen.

Von Maria Hofstetter

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