Nur mit Maske hinters Steuer

Fahrschulbetrieb ist jetzt wieder erlaubt – Der Andrang ist groß

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Bei Fritz Hohenadel und seinem Fahrlehrer-Team herrscht nach der langen Pause jetzt ein starker Andrang.

Peißenberg – Nach zwei Monaten Zwangspause hat Fritz Hohenadel seine Peißenberger Fahrschule ABC (benannt nach den Führerscheinklassen) jetzt zwar wieder geöffnet, aber ein Problem mit dem starken Andrang von Schülern: „Die laufen uns förmlich die Bude ein“, sagt er, denn in den vergangenen Wochen sind rund 1 500 Unterrichtsstunden ausgefallen. Dieses Defizit soll nun, auch in finanzieller Hinsicht, möglichst bald aufgeholt werden, was wegen der Corona-Beschränkungen aber gar nicht so einfach ist.

„Aufgrund der Abstandsregeln können wir nämlich nur halb so viele Schüler wie normal in unseren Räumen unterbringen“, berichtet der Fahrlehrer. Er ist auch Kfz-Mechaniker und betreibt die Schule zusammen mit seinem Sohn Andi. Weitere Standorte der Fahrschule ABC gibt es in Hohenpeißenberg und Huglfing. Um die entfallenen Stunden nachzuholen, arbeitet das Lehrer-Team sechs Tage in der Woche von früh bis spät – natürlich unter Beachtung der vorgeschriebenen Pausen. Denn nach einstündiger Fahrt muss eine Rast eingelegt werden. Danach kann „unter Berücksichtigung der Belastbarkeit“, wie es offiziell heißt, die Fahrt fortgesetzt werden. Wie überall gelten natürlich auch für Fahrschulen strikte Hygiene-Vorschriften: Hände und Auto-Armaturen müssen gründlich desinfiziert werden.

Sofern beim Theorieunterricht der Mindestabstand gewährleistet ist, müssen die Teilnehmer keine Schutzmaske tragen, im Auto dagegen schon. „Wegen des Corona-Staus ziehen sich die Prüfungstermine jetzt etwas hin“, sagt Hohenadel, „unser Motorrad-Sicherheitstraining in Weilheim ist wegen der Pandemie ganz ausgefallen.“ Um ihre Umsatzeinbußen auszugleichen, hat die Fahrschule wie viele andere Betriebe staatliche Soforthilfe beantragt. „Ohne Rücklagen sähe es schlecht aus, viele Kollegen schaffen diese schwierige Situation nicht!“

Denn immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, erfordert auch hohe Investitionen: Allein der große Fahrsimulator kostet eine fünfstellige Summe, dazu kommen die Schulfahrzeuge, Büro- und Personalkosten und anderes mehr. Hohenadel und sein Team unterrichten in sämtlichen Führerscheinklassen, also auch Bus, Lastwagen, Stapler und so weiter.

„Geeignete Fahrlehrer zu finden ist jedoch gar nicht so einfach“, weiß Hohenadel. Neben technischem Verständnis bräuchten sie nämlich auch psychologisches Feingefühl, außerdem dauert ihre Ausbildung 15 Monate und kostet mehr als 10 000 Euro.

Von Peter Stöbich

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