Kreisstadt bekommt in Stadtratssitzung Urkunde und Siegel verliehen

Weilheim ist jetzt "Fairtrade-Town"

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Weilheim ist „Fairtrade-Town“. Daniel Caspari (re.) überreicht Bürgermeister Markus Loth die Urkunde und das Siegel.

Weilheim – Es sind zwei Erinnerungen, die Daniel Caspari von TransFair e. V. mit Weilheim in Verbindung bringt: Zum einen ein Zeitungsartikel, der über die Kampagne „Fairtrade-Town“ berichtete und zum anderen, weil seine Lieblingsband „The Notwist“ aus der Kreisstadt kommt. Das war aber nicht der Anlass für seinen Besuch in der Stadtratssitzung vergangenen Donnerstag. Er kam, um der Stadt den Titel „Fairtrade-Town Weilheim“ zu verleihen.

„Die Stadt nimmt eine Vorbildfunktion in der Region ein“, so Caspari. Weilheim reiht sich jetzt neben Städten wie London, Los Angeles oder Paris ein und ist die 525. „Fairtrade-Town“ in Deutschland, in Bayern die 34. Kommune.

Im Oktober 2016 wurde auf Antrag der Freien Wähler beschlossen, an der Kampagne teilzunehmen. Zur Erfüllung der Voraussetzungen wurde eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Horst Martin, zweiter Bürgermeister, Romana Asam, Claudia Hanke, Anneliese Back und Ursula Resch, gebildet. Die Gruppe koordinierte die Aktivitäten vor Ort und konnte bisher 15 Einzelhandels- und fünf Gastronomiebetriebe sowie eine Schule, zwei Vereine und eine Kirchengemeinde zur Teilnahme begeistern. Im August 2017 wurden die Bewerbungsunterlagen beim Verein TransFair e. V. – Fairtrade Deutschland in Köln abgeben.

Ziel der Kampagne sei es, die Akteure aus Handel, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzuführen und den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern, erklärte Caspari. Dass fairer Handel „kein Allzweckmittel“ gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt sei, ist ihm bewusst, allerdings stehe „Fairtrade“ für Selbstbestimmung und Mitbestimmung der Produzenten. „Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, woher die Produkte kommen und wie sie produziert werden“, so Caspari.

Auch die Stadträte waren erfreut. Die Jahrzehnte lange Kleinstarbeit des Agenda-Arbeitskreises „Eine Welt“ habe zum Ziel geführt, so Petra Arneth-Mangano (SPD). Nun sollen vermehrt junge Menschen dafür begeistert werden. Alfred Honisch (Grüne) zollte den FW seinen „ausdrücklichen Respekt“. Der Landkreis und die Stadt setzen so ein Zeichen gegen die massiven Globalisierungsversuche. Marion Lunz-Schmieder (CSU) fügte hinzu, dass es in Weilheim „viele engagierte Menschen“ gebe.„Der Titel allein macht‘s nicht aus“, so Dr. Claus Reindl (BfW). Wichtig seien bewusstes Einkaufen und regionaler Handel. Auch Bürgermeister Markus Loth freute sich über den Titel, der „gut zu Weilheim passt.“

In zwei Jahren wird die Sachlage neu evaluiert, dann kann der Titel verlängert werden. Vielleicht mit mehr Teilnehmern.

Von Maria Lindner 

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