Polizei geht angeblicher sexueller Belästigung nach und findet keinen Hinweis, dass Schilderung auf Tatsachen beruht

Via Facebook haltloses Gerücht verbreitet

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Weilheim – Seit einem Facebook-Beitrag, den eine Frau am Dienstag auf der Seite „Du kommst aus Weilheim, wenn...“ veröffentlicht hatte, brodelt es heftig in der Gerüchteküche. Die Polizeiinspektion Weilheim hat dazu Stellung bezogen.

In dem Beitrag stand zu lesen, dass eine Frau in der Tiefgarage von „Aldi“ von einem Dunkelhäutigen sexuell belästigt worden sein soll. Die zu Hilfe gerufene Polizei habe die Frau gemaßregelt und den Dunkelhäutigen einfach wieder gehen lassen. Bei der Polizei meldeten sich Bürger und wiesen auf den Eintrag hin. Die Urheberin hat ihren Post bei Facebook nach einigen Stunden wieder gelöscht, da ihr selbst Zweifel an der Geschichte gekommen waren.

Die Polizei hat daraufhin umfangreiche Ermittlungen eingeleitet und den Weg, den das Gerücht bis zu seiner Veröffentlichung zurückgelegt hatte, verfolgt. Laut Polizei verliert sich die Spur bei einer 31-jährigen Weilheimerin. Wie diese angab, hat sie die Geschichte, der sie schon damals wenig Glauben geschenkt hatte, zum Jahreswechsel einer Bekannten erzählt. Vergangene Woche berichtete sie im Laufe einer Unterhaltung ihrem Vater davon. Dieser wiederum gab die Informationen an einen Bekannten weiter. Das Missverständnis nahm seinen Lauf: Der Zuhörer hatte nämlich angenommen, dass der „Vorfall“ der Tochter seines Bekannten selbst passiert wäre.

In der Stellungnahme der Polizei heißt es weiter: „Eine Überprüfung der Einsätze im Jahr 2015 ergab keinen relevanten Einsatz, der mit der Geschichte in Einklang zu bringen wäre. Für die Inspektion Weilheim gibt es keinen Anhaltspunkt, dass sich das Geschilderte auch nur im Entferntesten so abgespielt hat.“ Der tatsächliche Urheber dieses Gerüchts – und somit die damit verbundene Motivation – werde sich jetzt wohl nicht mehr ermitteln lassen.

Neben der moralisch äußerst bedenklichen Verbreitung solcher Gerüchte weist die Polizei auch auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen hin. Treten bei Erzählungen mit polizeilichem Bezug Zweifel am Wahrheitsgehalt einer Schilderung auf, kann in der Inspektion nachgefragt werden. Nach diesem haltlosen Beitrag auf Facebook appelliert die Polizei an den sorgsamen Umgang mit der Veröffentlichung solcher Gerüchte in den sozialen Medien.

von Maria Hofstetter

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