Familie Westenrieder verarbeitet Heumilch nach den Richtlinien von "Unser Land"

Joghurt aus eigener Hofmolkerei

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Regine und Josef Westenrieder füttern ihre Rinder mit Heu und Gras, auf Silage wird ganz verzichtet. Zur Vorstellung ihres in der Hofmolkerei hergestellten Heumilch-Joghurts kam auch Dr. Brigitte Honold (re.).

Obersöchering – Apfelsaft, Honig, Eier, Holundersaft, Holunderblütensirup, Mehl und Brot werden im Landkreis bereits nach den Richtlinien des Netzwerkes „Unser Land“ erzeugt. Neu in der Produktpalette ist jetzt der „Heumilch- joghurt ohne Gentechnik“ vom Hof der Familie Westenrieder in Obersöchering.

„Sepp des mach’ ma a“, ermunterte Regine Westenrieder ihren Mann, nachdem sie sich im Allgäu und auf Betrieben im benachbarten Österreich nach Bewirtschaftungsalternativen umgeschaut hatten. Gemeinsam mit Sohn Andreas (23) führt das Ehepaar den Bauernhof (30 ha Grünland, 5 ha Ackerland) bereits in vierter Generation. Derzeit wird der Betrieb auf „Bio“ umgestellt.

 40 Fleckviehkühe rupfen im Sommer frische Gräser auf der Weide. Im Winter fressen sie selbst gemachtes Heu und bekommen regional „ohne Gentechnik“ erzeugtes Getreide in den Futtertrog. Auf vergorenes Futter (Silage) verzichten die Westenrieders ganz. Mit dieser ursprünglichen Fütterungsform, erfährt der Kreisbote bei einem Hofbesuch, erfüllt der Betrieb alle Ansprüche zur Heumilcherzeugung, aus der – nur 30 Meter vom Stall entfernt – der Heumilch-Joghurt hergestellt wird. Der niedrige Milchpreis war mit ausschlaggebend für Josef Westenrieders Überlegungen, „mehr Wertschöpfung aus der Milch herauszuholen“. 

2011 beschloss die Familie, in eine Joghurt-Molkerei zu investieren, in der ein Teil der erzeugten Heumilch direkt auf dem Hof weiterverarbeitet wird. Eine Tagesproduktion, das sind rund 700 Liter Milch, wandern jetzt jede Woche in die eigene Joghurtproduktion und füllen bis zu 7 000 kleine Joghurtbecher. Für die handwerkliche Herstellung ist Sohn Andreas zuständig. Bis die Lieferung den Hof verlässt, müssen die Eltern tüchtig mit anpacken. Der Verzicht auf Silagefutter, stellte der Vollerwerbsbauer erfreut fest, wirkt sich positiv auf die Gesundheit seiner Rinder aus. Die Westenrieders wirtschaften extensiver als früher, mähen ihre Wiesen nicht mehr so oft und beobachten, dass die Artenvielfalt an Gräsern und Kräutern seither deutlich zugenommen hat. Als er mit der Umstellung begann, erinnert sich Westenrieder, wurde er von einigen Berufskollegen durchaus kritisch beäugt. 

 Ausgetüftelt ist auf dem Hof auch das Energiekonzept. Geheizt wird mit Holzresten aus dem eigenen Wald (Hackschnitzel), und die beim Kühlen in der Molkerei freigesetzte Wärme wird wieder in den Heizkreislauf zurückgeführt. Der Strom für Haus und Hof wird großteils aus der eigenen Photovoltaikanlage gewonnen. Der Betrieb Westenrieder in Obersöchering zeige, „dass man auch anders produzieren kann, wann man mit der Region eng verbunden ist“, bezieht Dr. Brigitte Honold, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land, Stellung. „Die bäuerliche Landwirtschaft unterstützen, die Region stärken und die Verbraucher für heimisch erzeugte Produkte sensibilisieren“ ist ein Anliegen des Dachverbandes „Unser Land“, dem die Solidargemeinschaft angehört. Sind Herkunft und Verarbeitung der Lebensmittel transparent, gebe dies dem Verbraucher Sicherheit, ergänzt Marianne Wagner von „Unser Land“. Zu kaufen gibt es den Heumilch-Joghurt und weitere Produkte von „Unser Land“ in den Filialen von „Tengelmann“ sowie in einigen „Edeka“- und „Rewe“-Märkten.

Von Maria Hofstetter

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