Familienfreundliche Firmenpolitik zahlt sich auch für Betriebe aus

Tele- oder mobile Arbeitsplätze, Gleitzeit, betriebliche Maßnahmen zur Kinderbetreuung – das alles sind Möglichkeiten, mit denen es Eltern erleichtert werden kann, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Die Arbeitsagentur Weilheim veranstaltete eine Fachtagung zu diesem Thema.

Dabei diskutierten Experten aus der Wirtschaft und dem sozialen Bereich darüber, wie sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich in die Praxis umsetzen lasse. In verschiedenen Vorträgen und einer Informationsbörse konnten sich interessierte Vertreter von Unternehmen aktuellen Fragestellungen, möglichen Lösungswegen und Angeboten widmen. „Gerade jetzt, in wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten, stellt eine Betriebskultur, die Familie und Beruf miteinander vereinbar macht, für die Unternehmen auch eine Option dar, Fachkräfte an sich zu binden“, erklärt Ferdinand Pilzweger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Weilheim. Eine familienbewusste Unternehmenskultur sieht auch Hans-Jürgen Dunkl, Ministerialrat beim bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen in München, als Chance für die Firmen: „Sie gewinnen dadurch, denn wenn Eltern zufrieden sind und ihre Kinder gut betreut wissen, können sie sich viel besser auf ihre Arbeit konzentrieren, das bedeutet mehr Effizienz und letztendlich auch höhere Qualität.“ Dieser betriebswirtschaftliche Nutzen für Unternehmen, den sie durch familienfreundliche Unternehmenspolitik erreichen, wird oft als Nebensächlichkeit abgetan. „Gerade in Krisenzeiten bieten familienfreundliche Arbeitszeitmodelle auch ein hilfreiches Instrument, sich den betrieblichen Anforderungen anzupassen“, stellte Elfriede Kerschl von der IHK München und Oberbayern fest. Die demografische Entwicklung wird für viele Firmen und Organisationen einen gewaltigen Kraftakt darstellen und im „Kampf um die guten Köpfe“ nach der Überwindung der aktuellen Wirtschaftskrise die Herausforderung der Zukunft für die Personalverantwortlichen werden. „Im Vorteil sind Betriebe, die sich ein Netzwerk von sozialen Dienstleistern für Kinderbetreuung, aber auch andere familiäre Bereiche , die die Familie betreffen, wie Altenpflege oder häusliche Unterstützung im Krankheitsfall, geschaffen haben“, prognostiziert Dunkl.

Meistgelesen

Kleiner Käfer, großer Schaden
Kleiner Käfer, großer Schaden
Existenz von Imkerei bedroht
Existenz von Imkerei bedroht
Fällaktion in Murnau
Fällaktion in Murnau
Verbundlösungen gehört die Zukunft
Verbundlösungen gehört die Zukunft

Kommentare