Weg frei für Freie Künstler Peißenberg?

Faschingsverein Frohsinn 2000 steigt aus Rennen um altes Jugendzentrum aus

Moritz Humming vor dem alten Juze.
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Moritz Hummig von den Freien Künstlern vor dem alten Peißenberger Jugendzentrum, das er zu einem Kulturtreff umbauen möchte.

Peißenberg – Noch in diesem Monat soll im Marktgemeinderat über die Zukunft des ehemaligen Jugendzentrums entschieden werden. In einer Gremiumssitzung vor zwei Monaten hatten sich bei einer Präsentationsrunde mit dem Frohsinn 2000 und den Freien Künstlern Peißenberg zwei Vereine um die Nachnutzung des baufälligen Gebäudes beworben.

Inzwischen ist nur noch einer übrig geblieben: Der Frohsinn 2000 hat sein Interesse freiwillig zurückgezogen und sieht seine Zukunft nun im geplanten Aktivzentrum. „Wir hätten das alte Juze schon ganz gerne gehabt“, erklärt Frohsinn-Vorsitzender Thomas Rößle zwar auf Nachfrage. Aber mit dem Aktivzentrum habe sich für die Faschingsgesellschaft mittlerweile „eine deutlich bessere Alternative“ aufgetan. Zum Zeitpunkt der Bewerbungspräsentation für das alte Juze im Marktrat seien noch keine konkreten Details dazu vorgelegen.

In Gesprächen mit der Rathausverwaltung habe sich nun ergeben, dass das Aktivzentrum, das neben dem Eisstadion entstehen soll und für das der Markt bereits eine Förderzusage in Höhe von 900 000 Euro erhalten hat, den Tanzgarden eine professionelle Trainingsstätte bieten könne. In den Neubau könnten zudem die dringend benötigten Lagerräume eingeplant werden: „Das wäre ideal und ein Traum – nicht nur für unseren Verein“, so Rößle. „Wir hätten dann die nächsten 20 bis 30 Jahre Ruhe.“ Dem „Frohsinn“ sei es ein Anliegen gewesen, die Verantwortlichen im Rathaus und die Gemeinderäte möglichst frühzeitig über die Planänderung respektive Abkehr von einer möglichen Nutzung des alten Juzes zu informieren. „Alles andere wäre nicht fair gewesen“, betont Rößle. „Ich bin immer transparent und offen. Wir brauchen einfach eine gute Zusammenarbeit.“

Damit dürfte in puncto „altes Juze“ der Weg für die Freien Künstler frei sein. In deren Lager reagiert man allerdings noch nicht euphorisch. „Ich bin gespannt, ob sie es uns nun geben oder nicht. Wir warten jetzt mal ab. Ich hoffe, dass der neue Gemeinderat anders denkt als der alte“, erklärt Vereinschef Moritz Hummig.

Wir glauben erst daran, wenn es mit dem Bürgermeister den Handschlag gegeben hat.

Moritz Hummig über die mögliche Vergabe des alten Juzes an die Freien Künstler

Die Freien Künstler wollen bekanntlich aus dem alten Juze einen Treffpunkt für Nachwuchsbands und Künstler anderer Genres machen. Dass die Konzeption zur Historie und baulichen Morbidität des Gebäudes gut passen würde, bestreiten selbst Kritiker nicht. Allerdings gibt es einen Knackpunkt: Die Freien Künstler respektive Hummig möchten die Immobilie am St. Georgenweg kaufen. Teile des Marktrats wollen das Grundstück aber nur in Erbpacht vergeben. Die Mehrheitsverhältnisse sind unklar, womöglich braucht es eine Kompromisslösung, die Hummig auch schon angeboten hat: Demnach würden die Freien Künstler das alte Juze zunächst pachten – und wenn sie den Kulturtreff ans Laufen gebracht und die Gemeinde von der Tragfähigkeit ihrer Konzeption überzeugt haben (Hummig: „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen“), dann würden sie das planungsrechtlich im Außenbereich liegende Grundstück samt Gebäude kaufen.

Die Rathausverwaltung will bis zur nächsten Sitzung des Marktrats zwei Vertragsvarianten ausarbeiten. Rein formal gilt immer noch der 2018 gefasste Beschluss, das alte Juze abzureißen.

Doch Bürgermeister Frank Zellner (CSU) spricht diesbezüglich nur von einer „theoretischen Option“. Die Freien Künstler nach dem Rückzug des Frohsinn 2000 zu brüskieren, in dem man das für die Gemeinde wirtschaftlich unbedeutende Gebäude trotz vorhandenem Nutzungsinteresse wegreißt, das können sich weder die Verwaltung noch der Marktrat erlauben. „Wir versuchen wirklich alles, um eine Schnittmenge zu finden“, betont Zellner.

Von Bernhard Jepsen

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