FFW fehlt der Nachwuchs

Seit dem Jahr 2005 sinkt die Mitgliederzahl bei der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Weilheim stetig. Im vergangenen Jahr war der Schwund mit zehn Ab- und nur vier Neuzugängen besonders schmerzhaft. Aktuell leisten 78 Aktive Dienst. Während sich der Trend zu weniger Sicherheitswachen im vergangenen Jahr fortsetzte, blieb die Zahl der Brand- und Hilfeleistungseinsätze mit 105 fast unverändert auf hohem Niveau. Dabei retteten die Floriansjünger 13 Menschen.

Seit Jahren bemüht sich die FFW um Nachwuchs. Von der aufwändigen Werbeaktion beim Kindermalfest im Jahr 2008 auf dem Kirchplatz hatte sich der Vorstand viel versprochen, aber letztlich nur einen Jugendlichen gewinnen können. „Das war ein Schlag ins Wasser. Wir werden bei der Nach- wuchswerbung wieder auf altbewährte Methoden zurückgreifen und alle in Frage kommenden Jugendlichen wie früher persönlich anschreiben“, kündigte Kommandant Konrad Bischel an. Darüber hinaus soll das Eintrittsalter der Feuerwehrjugend von bisher 14 auf 13 Jahre gesenkt werden. Rein rechnerisch bewirkte die Verringerung der Mitgliederzahl auch ein scheinbares Minus in der Gesamtstundenzahl, die von 12638 Arbeitsstunden (2007) auf 12154 (2008) sank. Im Endeffekt blieb die Belastung der Mannschaften aber gleich. Die geleisteten ehrenamtlichen Gesamtstunden entsprächen etwa denen von mindestens sieben Vollzeitkräften, was einer Kosteneinsparung von etwa 298000 Euro für die Stadt bedeute, rechnete Bischel vor. Großbrände gab es im Vorjahr in der Kreisstadt nicht, wohl aber zahlreiche mittelgroße und kleine, die gleichwohl ihre Tücken hatten. So musste nach einem Kleinbrand durch angebranntes Essen an der Bahnhofstraße aufgrund starker Rauchentwicklung die Drehleiter zur Personenrettung eingesetzt werden. Brandmelde- und Sprinkleranlagen sind zwar nicht ganz billig, aber ihren Preis wert, wie sich bei einem Brand in einer Recyclinghalle zeigte. So konnte der Schaden deutlich geringer gehalten werden. Technisch ist Weilheims Wehr auf hohem Niveau. Dazu tragen die Neu- und Ersatzbeschaffungen, wie zusätzliche Schutzbekleidung, eine gebrauchte Scheuersaugmaschine, Wärmebildkamera und eine Schaummittelfasspumpe, ihren Teil bei. Für die Ausbildung wurden ein Flammensimulator sowie Material für den Brandübungscontainer beschafft. Diverse Werkstatteinrichtungen und die neue Stahlcontainerhalle waren sowohl nötig wie hilfreich. Finanziell größter Brocken ist mit etwa 770000 Euro die Ersatzbeschaffung für die 27 Jahre alte Drehleiter. „Wir gehen davon aus, dass die Einweihung zur Floriansfeier im Mai stattfinden kann“, kündigte der Kommandant an. Kritik übte Bischel an der Häufung bürokratischer Hindernisse. Dazu zählt er höhere Anforderungen an Fahrzeugführer beim Erwerb des Führerscheines sowie „übereifrige Knöllchenverteiler“ im Dienste der Kommune. Neben einem Lob für den engagierten Einsatz aller Feuerwehrler im Jahr 2008 wurden Michael Pröbstl für zehn Jahre Zugehörigkeit, Heiko Kliehm für 20 Jahre und Klaus Gühtler für 30 Jahre ausgezeichnet. Rudolf Knirsch erhielt das Feuerwehrehrenzeichen für 25 Jahre Engagement.

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