Hüter der Grenzen

Feldgeschworene: Ältestes kommunales Ehrenamt trifft auf neueste Technik

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Zur Fachtagung der Feldgeschworenen trafen sich rund 60 „Hüter der Grenzen“ in Weilheim. Vorne v. li.: Amtsleiterin Angelika Jais, Andrea Jochner-Weiß und Simon Cegla.

Landkreis/Weilheim – „Feldgeschworener“ ist das älteste kommunale Ehrenamt. Die Personen, mindestens vier, werden von der Gemeinde oder Stadt bestimmt. Sie wirken mit bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen, Flurstücken, sie setzen Grenzsteine höher und tiefer, entfernen und versetzen beschädigte Vermessungspunkte und arbeiten in Bayern seit über 800 Jahren eng mit den Vermessungsbeamten zusammen.

Bei der Ausübung ihres Amtes genießen sie Rechte und Pflichten, die von Zeit zu Zeit aktualisiert werden. Nach fünfjähriger Pause lud das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV/früher Vermessungsamt) die Feldgeschworenen des Landkreises Weilheim-Schongau zur zweiten Fachtagung im Landratsamt II ein. Von den rund 120 Ehrenamtlichen waren etwa 60 gekommen. „Einiges aus dem Programm wussten wir zwar schon, aber die Auffrischung in Fragen der Rechte und Pflichten war schon wichtig“, resümierte ein Teilnehmer aus Peißenberg zufrieden. Landrätin Andrea Jochner-Weiß fand in ihrem Grußwort mehrfach Worte des Dankes für die Feldgeschworenen. „Es gibt heute zwar modernere Techniken der Vermessung, aber Sie kennen die Flure der Gemeinde besser als jeder andere. Danke, dass Sie Ihr Amt für die Kommune wahrnehmen“, würdigte sie die Leistung der Teilnehmer.

Das Programm umfasste drei Hauptteile – Historie, Tätigkeiten (Rechte, Pflichten, Haftungsfragen, Kosten der Vermessung), Bayernatlas –, über die Simon Cegla, stellvertretender Amtsleiter, und Florian Rieger im Wechsel referierten. „Die Feldgeschworenen genossen im Dorf hohes Ansehen, waren aber auch gefürchtet“, berichtete Cegla. Der Amtsbereich des ADBV in Weilheim umfasst die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Er ist mit 1 977 Quadratkilometern Fläche, 56 Kommunen, über 190 000 Flurstücken, circa 162 000 Gebäuden, 2,2 Mio. Messpunkten und etwa 225 000 Einwohnern das zweitgrößte Vermessungsamt in Bayern.

Die Informationsveranstaltung soll künftig im Dreijahresrhythmus, teils mit praktischen Aufgaben in der Natur, erfolgen. „Wir sind die Fachaufsicht. Unsere Aufgabe ist es, die Feldgeschworenen zu schulen und fortzubilden. Dazu zählt die Kooperation im Außendienst. Die heutige Veranstaltung war für uns wertvoll, da wir im Außendienst selten Zeit für Gespräche, beispielsweise über rechtliche Dinge, haben“, bilanzierte Cegla. 

Von Georg Müller

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