Am Samstag ist Generalprobe für die Fernsehübertragung am 12. März aus der Stadtpfarrkirche

ZDF sendet live aus Weilheim

Die Stadtpfarrkirche wird zum Austragungsort für einen Fernsehgottesdienst.

Weilheim – Circa 700 000 Menschen in Deutschland feiern von ihrem Wohnzimmer aus die Sonntagsgottesdienste im Fernsehen mit. Am 12. März um 9.30 Uhr sendet das ZDF live aus der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Über die Vorbereitungen und den Ablauf sprach Kreisboten-Redakteurin Maria Hofstetter mit Stadtpfarrer Engelbert Birkle.

Hat sich bei Ihnen schon Lampenfieber eingestellt?

Birkle: „Ja. Es ist aufregend, weil alles funktionieren muss. Wenn etwas schief geht, schaut uns ganz Deutschland zu. Die Live-Übertragung ist vor allem für Menschen wichtig, denen ein Kirchgang aus Altersgründen nicht mehr möglich ist.“

Wie kam es überhaupt, dass die Wahl auf Weilheim fiel?

Birkle: „Die Sonntagsgottesdienste wandern turnusmäßig durch die Bistümer. Jeden Sonntag wird abwechselnd aus einer katholischen und evangelischen Kirche gesendet. Im Juli 2016 fragte das Bistum Augsburg bei mir an. Nach Rücksprache mit Kirchenmusiker Jürgen Geiger und Mesner Roland Schwalb haben wir entschieden: ‚Ja, wir sind bereit‘.“

Mitte Januar war ein ZDF-Team vor Ort. Tauchten bei der Besichtigung Probleme auf oder – anders gefragt: Ist die Stadtpfarrkirche ein geeigneter Aufzeichnungsort?

Birkle: „Mir sind keine Probleme bekannt. Ein Kameramann hat gesagt: ‚Es ist eine schöne Kirche. Wir werden sie ins rechte Licht setzen‘.“

Welche logistischen Vorbereitungen sind von Weilheimer Seite zu treffen?

Birkle: „Zunächst alles, was für einen normalen Gottesdienst notwendig ist. Das ZDF kommt mit 25 Leuten und regelt hochprofessionell alles Technische. Wir stellen ein paar Helfer für den An- und Abbau, die dann auch bei der Sendung die Kameraleute unterstützen.“

Gibt es eine Generalprobe mit allen Mitwirkenden?

Birkle: „Ja. Im Februar haben wir mit den Redakteuren von der katholischen Fernseharbeit bereits einen Probelauf gemacht und alle Abläufe mit der Stoppuhr begleitet. Es war beruhigend, dass wir gut im Zeitplan lagen. Am Freitag, 10. März, findet eine Probe mit allen Mitwirkenden statt. Generalprobe ist dann die Vorabendmesse am Samstag, 11. März, um 17 Uhr.“

Was erwartet die Kirchenbesucher bei der Live-Aufzeichnung?

Birkle: „Alle Mitfeiernden sollten um 9 Uhr in der Kirche sein. Bis 9.30 Uhr werden sie in die Besonderheiten einer Live-Übertragung eingeführt und erfahren zum Beispiel, wie das Austeilen der Kommunion diesmal abläuft. Um 10.15 Uhr muss definitiv alles abgeschlossen sein – wir haben keinen ‚Thomas Gottschalk-Bonus‘. Für die Menschen vor dem Fernseher ist wichtig, dass sie einen ganz normalen Sonntagsgottesdienst mitfeiern können. Sie wollen keine ausgefallene Inszenierung.“

Sie möchten mit den Gläubigen ein Stück „Taborweg“ gehen. Können Sie uns das näher erläutern?

Birkle: „Das Evangelium am zweiten Fastensonntag handelt vom Berg Tabor, dem Ort der Verklärung Jesu. In meiner Predigt werde ich aufgreifen, dass der Weg über den Berg Tabor die Jünger tiefer in den Glauben führt. Ich habe dazu ein Gedicht verfasst. Kirchenmusiker Geiger hat es für Chor und Klavier vertont. In dem Gottesdienst am 12. März wird es erstmals öffentlich aufgeführt. Diese Verbindung von Text und Musik ist in den Fernsehgottesdiensten schon etwas Besonderes.“

Die musikalische Gestaltung...

Birkle: „...liegt in der Verantwortung unseres Organisten Jürgen Geiger. Es wird verschiedene Musikbeiträge geben. Der Tonkreis singt zwei Stücke solo, für alle anderen Gemeindegesänge hat Geiger Überstimmen komponiert. Zu den einzelnen Messteilen werden bekannte Gemeindelieder aus dem ‚Gotteslob‘ gesungen.“

Warum sollten die Weilheimer zur Live-Übertragung in die Kirche kommen. Daheim vor dem Fernseher wäre es doch viel bequemer?

Birkle: „Weil sie an alle Nicht-Weilheimer denken sollen, die sich über eine gut und bunt gefüllte Kirche und darüber freuen, dass wir miteinander beherzt beten und singen.“

Geht nach der Live-Übertragung wieder jeder seines Weges?

Birkle: „Vom ZDF erhalten wir die Messe auf DVD. Wir zeigen sie anschließend noch einmal im Pfarrheim Miteinander. Im Internet ist sie unter www.kirche.tv abrufbar. Die Mitfeiernden am Fernseher werden eingeladen, unter einer zentralen Nummer in Weilheim anzurufen. 20 WeilheimerInnen, die dafür geschult wurden, stehen zum Small Talk übers Telefon bereit. Wir rechnen mit 700 bis 1 000 Anrufern. Für viele Menschen ist das eine Art Ersatz für das persönliche Gespräch am Kirchplatz.“

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