Insgesamt 3 000 Besucher bei Hungerbachfest’l in Oberhausen

Eine wilde Party mit Volkstümlichkeit

+
Django 3000 sorgten am Freitag für ausgelassene Stimmung im Festzelt.

Oberhausen – Kabarett, Musik, Bulldogs und der Sieg der Nationalmannschaft: Das Hungerbachfest’l, das Franz Strobl, Daniel Häusler und ihr Team in Oberhausen auf die Beine gestellt haben, bot vier Tage lang ein buntes Programm.

Ein Kulturfest mit bayerischem Einschlag sollte es werden. Was mit einer spontanen Idee begann, nahm seit Oktober immer mehr Form an. Schließlich stand das Programm und auch die sonstigen organisatorischen Notwendigkeiten brachten das Fest Stück für Stück näher. 

Hungerbachfest'l

Am Donnerstag war es dann endlich so weit. Wolfgang Krebs eröffnete mit seinem Programm „So a riesen Gaudi“. Der Kabarettist brachte Stoiber, Beckstein und Seehofer mit Marschmusik und poppigen Melodien zusammen, für die die Blasmusikrebellen von den Bayerischen Löwen sorgten.

Am Freitag wurde es dann „wuid und laut“. Denn genau mit diesem Lied begannen Django 3000 ihr Konzert. Zuvor sorgten die Jungs von Zico aus Franken bereits für lässigen Reggae mit humorvoller Wortakrobatik. Als die selbst ernannten „bayerischen Zigeuner“ von Django dann loslegten, gab es kein Halten mehr. Auf den bis dahin noch gut gefüllten Bierbänken saßen nur noch wenige der rund 600 Besucher. Die meisten standen längst vor der Bühne. Dort zeigten die vier Chiemgauer, wie schon mehrfach in Oberhausen, dass bayerische Musik mehr ist als Blaskapelle und Gstanzl singen: Balkan-Beat traf auf heimische Mundart, klassische Instrumente auf Rock-Attitüden. Als als Zugabe dann auch noch der Hit „Heidi“ , den sich das Publikum vorher lauthals gewünscht hatte, erklang, stand kaum ein Gast noch ruhig.

Einen Kontrast zur Party-Nacht, die mit einem DJ weiterging, bot das Bulldog-Treffen am Samstag. Um die 500 Besucher tummelten sich am Samstagvormittag im und rund um das Festzelt und begutachteten die Traktoren, die Seite an Seite aufgereiht standen. An den meisten Bulldogs baumelten Zettel mit den technischen Daten. Franziska und Heinrich Hofstetter aus Eglfing waren mit ihrem fein herausgeputzten Schlüter, Baujahr 1938, angereist, der noch mittels Handkurbel bedient werden muss. „Ich bin ein Schlüter-Fan. Der 25 PS Zweizylinder ohne Batterie, Anlasser und Lichtmaschine ist unser Ältester, den hat schon mein Großvater gekauft“, erzählte sein jetziger Besitzer, der mit seiner Frau öfters auf Bulldogtreffen unterwegs ist. Im Arbeitseinsatz ist das landwirtschaftliche Fahrzeug nicht mehr, seinen Dienst übernimmt längst ein modernes Nachfolgemodell. 

Mit „Echt Böhmisch“ und dem Bergsteigerchor „Corro Azzurro di strada“ ging es am Abend weiter, die mit 800 Besuchern die meisten Feiernden ins Zelt lockten. 

Am Sonntag amüsierten sich dann viele Familien bei Donikkl, Spielen und Entenrennen, bevor es mit dem WM-Finale spannend wurde. Der Sieg krönte das Fest schließlich und gemeinsam feierten die Fußballfans den vierten Stern ausgiebig. Zufrieden ist Strobl, aber dennoch froh, den Kraftakt überstanden zu haben. Vor allem dankt er auch den Oberhausener Vereinen und der Feuerwehr, die ihn unterstützt haben. Ob er das Fest nochmal organisieren möchte, weiß der Gastwirt noch nicht genau. „Da müss ma erst noch ein paar Mal drüber schlafen.“ Ausgeschlossen hat er es aber nicht. 

Von Ursula Gnadl und Maria Hofstetter

Auch interessant

Meistgelesen

"Der Tiger" ist wieder zu Hause
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
Notlandung im Getreidefeld
Notlandung im Getreidefeld
179 Kilometer Glasfaser
179 Kilometer Glasfaser
Bilder zum Großbrand in Etting
Bilder zum Großbrand in Etting

Kommentare