Feuerwehreinsatz im Krankenhaus – Rettungsdienste üben Ernstfall mit simuliertem Brand in Peißenberg

14 Verletzte galt es im dichten Rauch zu finden. Einige von ihnen spielten Schwerverletzte, andere konnten noch selbst gehen. Foto: Gnadl

Der Qualm im Krankenhausflur ist so dicht, dass es kein Durchkommen mehr gibt. Patienten sind in ihren Zimmern gefangen. Einem Mädchen steckt eine große Glasscherbe im Rücken, andere Opfer haben schwere Verbrennungen, sind ohnmächtig oder haben Knochenbrüche.

Ein Horrorszenario fanden die Rettungskräfte am vergangenen Mittwoch im Peißenberger Krankenhaus vor. Doch zum Glück war alles nur gestellt. Die 91 Feuerwehrler aus Peißenberg, Hohenpeißenberg und Böbing, 84 Helfer von Johannitern und Rotem Kreuz sowie sieben Einsatzkräfte vom Landratsamt probten den Ernstfall. Entlang der Hauptstraße stand ein Einsatzfahrzeug nach dem anderen, auch der Löschzug kam zum Einsatz. Neben der Bräuwastlhalle wurde ein Zelt aufgebaut, in dem die Verletzten versorgt werden konnten. Mit Atemmasken und Sauerstoffflaschen wagten sich die Feuerwehrmänner in den künstlich verqualmten Gebäudeabschnitt. Nach und nach wurde ein Opfer nach dem anderen geborgen und in die Cafeteria gebracht, wo die Vorsichtung stattfand. Hier wurden die Verletzten in Kategorien eingeteilt: Mit Fragen, wie etwa zu Schmerzen oder Gehfähigkeit, wurde festgestellt, ob eine Behandlung sofort notwendig ist, oder noch warten kann. Grüne, gelbe oder rote Karten bekamen die Geretteten hierfür um den Hals gehängt. Schwerverletzte wurden sofort in Krankenwagen verladen, leicht Verletzte warteten in einer Sitzecke, während Krankenschwestern seelischen Beistand leisteten. „Wir wollen Schwachstellen in der Zusammenarbeit aufdecken“, erklärt Reinhold Socher, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH. „Die Rauchausbreitung war ein Problem, und bei der Führungsstruktur würden wir nächstes Mal etwas ändern“, schätzt Feuerwehrkommandant Michael Schleich den Einsatz ein. Insgesamt ist sein Fazit aber positiv: „Mit der Kommunikation untereinander sind wir zufrieden.“

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