Orbig: "Die Welt bleibt nicht stehen"

Filialnetz der Sparkasse Oberland verändert sich – Jedoch nur eine Schließung

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Präsentierten das neue Geschäftsstellenkonzept der Sparkasse Oberland (v.li.): Vorstandsvorsitzender Thomas Orbig sowie die Vorstände Markus Lanz und Michael Lautenbacher.

Region – Anschaulicher hätte man die Veränderungen in der Welt in den letzten 50 Jahren kaum machen können: War früher der gute alte BMW 316 ein Prunkstück, ist es heute der i8, Wählscheibentelefone kennt die Generation iPhone nur noch aus dem Museum.

Und auch vor dem Bankgeschäft haben diese Entwicklungen nicht Halt gemacht. „Die Welt bleibt nicht stehen“, so Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland, bei der Vorstellung des neuen Geschäftsstellenkonzepts.

„Auch wir haben uns in den vergangenen Jahren den Gegebenheiten angepasst und viel in Innovationen investiert“, erläuterte Orbig weiter. So nutzen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Kunden Online-Banking; Geld- und Serviceautomaten sind da schon fast ein alter Hut. Auch das Telefonbanking erfreut sich immer größerer Beliebtheit und erfuhr gerade jüngst corona-bedingt nochmals einen weiteren Zulauf. Sogar Firmenkunden fragen immer mehr ortsunabhängige Angebote nach, weshalb das Business-Center eingerichtet wurde. „Die Filiale ist hauptsächlich für Beratung da, für Service-Dienstleistungen wird sie immer weniger genutzt“, ergänzte Orbig. Deshalb waren bei der Sparkasse Oberland schon seit 2018 die Geschäftsstellen auf dem Prüfstand, denn vielerorts war hier kein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb mehr zu verzeichnen.

Dazu kam, wie Vorstand Markus Lanz anmerkte, in den letzten Monaten corona-bedingt eine erhebliche Steigerung bei Kartenzahlungen. Für Baufinanzierungen hat man seit Langem ein Expertenteam, das auf die Hauptstellen verteilt ist und seit 2012 auch Kunden zuhause oder in der örtlichen Geschäftsstelle berät.

Neben den hausinternen Überlegungen zum Thema Geschäftsstellen fanden Gespräche mit allen betroffenen Bürgermeistern statt. „Ganz klar kristallisierte sich hierbei heraus, dass Beratung vor Ort gewünscht wird“, sagte Orbig. Und Vorstand Michael Lautenbacher ergänzte: „Bei 70 000 Kunden sind wir zuhause präsent, wenn die Online- und Telefonangebote genutzt werden. Aber wir wissen auch, dass drei bis vier Prozent den bedienten Service vermissen werden!“

Deshalb einigte man sich nun auf ein neues Geschäftsstellenkonzept, das „Veränderung mit Augenmaß“ bedeutet, wie Orbig anmerkte. Und tatsächlich wird die Sparkasse an fast allen Standorten präsent bleiben, wenn auch in veränderter Form. Lediglich die Geschäftsstelle Schwabsoien wird Ende dieses Jahres – mit Auslaufen des Mietvertrages – komplett geschlossen. Übrig bleiben als echte Geschäftsstellen 17 Standorte in Weilheim (2), Schongau (2), Peiting, Peißenberg, Penzberg, Murnau, Altenstadt, Hohenfurch, Bernbeuren, Steingaden, Bad Bayersoien, Rottenbuch, Böbing, Hohenpeißenberg und Huglfing.

SB-Stellen mit Terminberatung, die vorab telefonisch vereinbart wird, findet man künftig in Reichling, Raisting, Bernried, Iffeldorf, Schlehdorf und Uffing.

SB-Stellen mit umfangreichen Automatenangeboten gibt es in Schwabsoien (bis Ende 2020), Burggen, Peiting, Peißenberg, Pähl, Wielenbach, Weilheim (2), Murnau und Penzberg.

Zusätzliche Geldautomaten an besonders stark frequentierten Plätzen der Region sorgen für die flächendeckende Bargeldversorgung in Schongau, Peiting, Oberhausen, Weilheim (2), Polling, Penzberg (2), Seehausen und Murnau (2).

Von Bianca Heigl

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