In Fischen liegt "nichts" in der Luft

Das aktuelle Gutachten der Universität München bestätigt dem Kurort Fischen eine herausragende Luftqualität. Das „Klima" des NaturDorfes erhielt Bestnoten und Fischen bleibt weiterhin im Kreis der „heilklimatischen Kurorte“. Foto: privat

Beste Luft im Klimakurort Fischen: Die Ludwig-Maximilians-Universität München erstellt Gutachten über Luftqualität. Mit „Bestnoten“ schnitten Fischen und die Hörnerdörfer ab. Zum ersten Mal nach der letzten Überprüfung vor neun Jahren. Was die Wissenschaftler in ihr Gutachten schreiben, hat Folgen. Ist die Luft wirklich so schadstoffarm, dass sich der Ort weiterhin „heilklimatischer Kurort“ nennen darf? Er darf. Und das mit Bestnoten.

16 Wochen lang wurde die Schadstoffbelastung in der Luft gemessen. Zwischen April und August 2010. Dazu stellten die Wissenschaftler im Kurpark und am Kurhaus ihre hochsensiblen Messgeräte auf. Fischen gehört zu den deutschlandweit 15 heilklimatischen Kurorten der „Premium Class“. Für heilklimatische Kurorte gibt es strenge Auflagen, wie hoch die Schadstoffbelastung mit Stickstoffdioxid über das Jahr verteilt sein darf. Dieser beträgt 15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Kurgebiet. In Fischen wurde dieser Wert mit 7,8 Mikrogramm im Messzeitraum „signifikant unterschritten“, urteilen die Gutachter. Auch im Ortszentrum blieb die Schadstoffbelastung mit 12,2 Mikrogramm deutlich unter dem zulässigen Richtwert von 20 Mikrogramm. Die Bestätigung der hervorragenden Luftqualität gilt laut Gutachter „uneingeschränkt“, es wurden keine Auflagen gemacht. Zum Vergleich: in städtischen und verkehrsnahen Gebieten in Deutschland liegt die Belastung mit Stickstoffdioxid bei 25 bis über 40 Mikrogramm. Zu viel Feinstaub ist schlecht für die Gesundheit. Besonders , wenn er nicht durch den Nasen- und Rachenraum gefiltert wird und die Lunge erreicht. Fachleute nennen diese Staubsorte PM10. Gerade in einem Kurort sollte der nur in geringem Maße vorkommen. Auch darauf gehen die Wissenschaftler von der Universität München in ihrem 63-seitigen Gutachten ein. Demnach gebe es einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit Stickstoffdioxid und PM10. Schadstoffquellen, die das Stickstoffdioxid in die Höhe treiben, etwa der Straßenverkehr, würden auch mehr Feinstaub produzieren. In Fischen schätzen die Gutachter die Feinstaub-Belastung auf unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das ist nur die Hälfte des europaweit gültigen Grenzwertes von 40 Mikrogramm. In Fischen will man sich auf den guten Ergebnissen nicht ausruhen. „Wir unternehmen einige Anstrengungen, um die Luft rein zu halten und engagieren uns für den Klimaschutz“, erklärt Touristikchef Bertram Pobatschnig. Dies sei ein wesentlicher Bestandteil im Selbstverständnis von Fischen als NaturDorf. So ist der gesamte Ortskern verkehrsberuhigt. Im Kurhaus Fiskina ist ein modernes Blockheizkraftwerk mit Hackschnitzelanlage und Nahwärmeverbund in Betrieb. Saubere Energie kommt vom nahen Wasserkraftwerk und von Photovoltaikanlagen auf den meisten kommunalen Gebäuden. Für Urlauber werden besonders günstige ÖPNV-Tickets angeboten. Das 7-Tages-Ticket für alle Bus- und Bahnverbindungen im Oberallgäu kostet 17 Euro. Die schönsten Seiten der Allgäuer Natur und Dorfkultur zu verbinden, sei die Philosophie von Fischen, erklärt Pobatschnig. Auf der einen Seite gelte es, das Naturerleben für die Gäste innovativ anzubieten. Gleichzeitig engagiere sich der Ort für den nachhaltigen Erhalt der Natur und die Förderung der Landschaftspfleger rund um Fischen, die Bauern. Mit dem Gutachten der Universität München habe man jetzt wieder den aktuellen Nachweis, dass die Luftqualität in Fischen wirklich herausragend ist. Gerade für Menschen aus Ballungszentren sei der Urlaub in einem heilklimatischen Kurort auch eine Auszeit von den Umweltbelastungen zu Hause. Gäste aus Großstädten würden im Gespräch auch immer wieder darauf hinweisen, wie „frisch“ sich die Luft hier anfühle, sagt Pobatschnig. Dabei sei die herausragende Luftqualität nur ein Indikator für einen heilklimatischen Kurort mit dem Prädikat „Premium Class. So muss das Bioklima nachweislich therapiefördernd sein. Auch das medizinische Angebot und eine gesundheitsfördernde Infrastruktur wie ein Kurpark dürfen nicht fehlen. Darüber hinaus muss sich die Gemeinde nachweislich für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Dazu gehört beispielsweise, dass in allen Hörnerdörfern Fischen, Balderschwang, Bolsterlang, Obermaiselstein und Ofterschwang der Verkauf regionaler Produkte der Bergbauern unter dem Motto „Gutes vom Dorf“ besonders gefördert werde.

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