Flächennutzungsplan lockt über 200 Bürger an

Der Andrang bei der ersten Bürgerversammlung nach der Kommunalwahl in Pähl war riesig. Das Pfarrgemeindezentrum platzte mit über 200 Besuchern fast aus allen Nähten, viele fanden nur noch Stehplätze. Angelockt wurden die Bürger vor allem vom Flächennutzungsplan und der Umgehungsstraße.

„Es freut mich, dass so viele da sind“, sagte Klaus Pfeiffer, Pähls Bürgermeister. Nach dem Grußwort von Landrat Dr. Friedrich Zeller stellte Pfeiffer das neue Personal in der Gemeindeverwaltung vor, die vor seinem Amtsantritt unterbesetzt gewesen sei. „Wir müssen jetzt viele Dinge aus den letzten Jahren aufarbeiten“, sagte er. Ein Thema, das die Gemeinde seit fast einer Dekade beschäftigt, ist der Flächennutzungsplan, den Architekt Fritz Erhard vorstellte. „Hier denken wir in Zeiträumen von 30 bis 100 Jahren“, erklärte Erhard den Plan, den er gemeinsam mit den Gemeinderäten erarbeitet hatte. Vorrang haben dabei landwirtschaftlich genutzte Flächen. Bei der Wohnbebauung wird in allen Ortsteilen an Lückenfüllung gedacht. Ein größeres Neubaugebiet, eventuell auch als Einheimischenmodell, sieht der Plan im Südwesten von Pähl vor. Größere Diskussionen entstanden bei der Vorstellung eines angedachten Gewerbegebietes im Süden. „Wir haben alle Möglichkeiten abgeklopft und das ist die beste“, meinte Erhard zu dem Standort, der nicht bei allen Anwesenden auf Zuspruch stieß. Ein Vorteil des Standortes sei nach Angaben des Architekten die Nähe zu der geplanten Umgehungsstraße, die im Anschluss vorgestellt wurde. Sven Maertz vom Staatlichen Bauamt präsentierte den Verlauf der Trasse, die Pähl künftig vom Durchgangsverkehr mit etwa 10000 Fahrzeugen am Tag in der Nord-Süd-Richtung entlasten soll. 2,7 Kilometer soll die Straße lang werden, mit Anschlussstellen zum Ort im Norden und Süden. Bei der Anbindung der Straße nach Raisting entzündete sich die Diskussion. Einen Kreisverkehr, wie sich einige Bürger wünschen, und auch eine Unterführung, wie von einigen Landwirten gefordert, lehnt das Bauamt ab. Es schlägt eine versetzte Einleitung des landwirtschaftlichen Verkehrs in die Umgehungsstraße und eine lange Abbiegespur in Richtung Raisting vor. „Der Verkehr soll fließen und diese Lösung ist zweckmäßig, sicher und günstig“, sagte Maertz. Gleichzeitig machte er klar, dass bei Verzögerungen durch Einsprüche oder Rechtsstreitigkeiten das ganze Projekt angesichts einer knapper werdenden Kassenlage in Gefahr gerate. „Wenn alles glatt läuft, kann im nächsten Herbst mit dem Bau begonnen werden“, hatte er für die verkehrsgeplagten Pähler eine gute Nachrichten parat.

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