Fleißig Punkte sammeln

Sie sind deutscher Staatsbürger, wohnen seit mindestens 30 Jahren in Weilheim, arbeiten seit mehreren Jahren in der Kreisstadt, haben vier Kinder und ein jährliches Familieneinkommen von 40000 Euro? Dann sind ihre Chancen gut, im Einheimischenmodell „Unterhausen Süd-Ost“ ein Grundstück zu günstigen Konditionen zu erhalten. In der jüngsten Sitzung legte der Stadtrat die Kriterien und Punktevergabe fest.

Ziel des Einheimischenmodells ist es, junge Familien an ihren Heimatort zu binden. Dafür kommt die Stadt Weilheim mit günstigeren Grundstückspreisen entgegen. Wer sich um ein Grundstück bewirbt, erhält nach unterschiedlichen Auswahlkriterien Punkte. Je mehr man hat, desto besser sind die Chancen, den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. „Wir müssen Kinder ganz massiv bepunkten“, forderte Uta Orawetz (CSU). So legten sich die Stadträte fest, dass Familien mit vier Kindern 22 und Familien mit einem Kind vier Punkte erhalten. Da es widersprüchlich sei, die günstigeren Grundstücke an vermögende Bewerber mit Immobilieneigentum zu geben, legte der Stadtrat auch das als weiteres Auswahlkriterium fest. Wer ein Vermögen von 200000 Euro hat, erhält null Punkte, wer jedoch 300000 bis 400000 Euro hat, der bekommt sogar 20 Minuspunkte. Zudem beschloss der Stadtrat einen Finanzierungsnachweis binnen drei Wochen einzureichen. „Wer sich für das Einheimischenmodell bewirbt, der muss die Finanzierung klären“, forderten Dr. Norbert Vidal (BfL) und Gerhard Trautinger (SPD). Einer der umstrittensten Punkte war die Frage nach der Wohndauer: Darf sich jemand für ein Grundstück bewerben, der erst seit zwei oder bereits seit fünf Jahren in Weilheim wohnt? „Eine gewisse Ortsansässigkeit gehört zum Einheimischenmodell dazu, sonst wird es ein Zuzugsmodell“, sprach sich Klaus Gast (CSU) für mindestens fünf Jahre aus. Dem widersprach Trautinger: „Ich glaube nicht, dass jemand nur wegen des Einheimischenmodells nach Weilheim zieht.“ Bei der Abstimmung entschieden sich schließlich 15 der 29 anwesenden Stadträte dafür, Grundstücksbewerber zum Auswahlverfahren zuzulassen, die seit mindestens zwei Jahren in Weilheim wohnen. Wer nun seit mindestens 30 Jahren in Weilheim wohnt, der erhält 18 Punkte. Ein weiteres Kriterium beim Auswahlverfahren ist die Dauer der Vollzeitbeschäftigung in Weilheim. Auch hier standen zwei und fünf Jahre zur Diskussion. „Minimum sind fünf Jahre“, forderte Gast. Sein Parteikollege Matthias Bayer machte deutlich, worauf es ihm beim Einheimischenmodell ankommt: „Die Wohndauer ist entscheidender. Man kann sich seinen Wohnort eher aussuchen als seinen Arbeitsort.“ Dagegen warnte Peter Ertel (CSU) vor zu „laxen Kritierien“, da sonst eine Bewerberflut auf den Stadtrat zukomme, wie es vor fünf Jahren beim Einheimischenmodell „Narbonner Ring“ der Fall war. Da es sich bei den Kriterien um ein Ausschlussprinzip handelt und die Zahl der Bewerber nicht unnötig erhöht werden soll, sprach sich der Stadtrat für eine mindestens fünfjährige Vollzeitbeschäftigung in Weilheim aus. Einverständnis herrschte dagegen unter den Stadträten bei der Frage, ob auch die Herkunft des Ehepartners ein Auswahlkriterium ist. Dr. Norbert Vidal (BfL) formulierte es mit Humor: „Ein Weilheimer, der versehentlich eine Huglfingerin geheiratet hat, darf nicht schlechter gestellt werden, als ein Weilheimer, der eine Weilheimerin geheiratet hat.“ Deshalb strichen die Stadträte dieses Kriterium von der Liste.

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