Eine Wohnung bedeutet Hoffnung

Flucht vor häuslicher Gewalt: Ein neues Zuhause kann der Anfang sein

Frau und Mann mit Faust
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Für Frauen, die häusliche Gewalt erleben, ist die derzeitige Wohnungsmarktsituation besonders prekär.

Murnau – Wohnungssuche ist immer eine Herausforderung. Nicht selten dauert es Monate, bis eine Bleibe gefunden wird. Für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, eine verheerende Situation.

Eine Frau mit Kind, die wegen partnerschaftlicher Gewalt ihren Lebensgefährten zum Schutz der eigenen Unversehrtheit verlassen hat, kämpft nicht nur um ihren Neuanfang, um die Chance, in Sicherheit mit ihrem Kind ein neues Heim finden und aufbauen zu können. Bettina Drexler vom Frauenhaus in Murnau schreibt in einer öffentlichen Mitteilung, dass diese Frauen auch gegen die drohende Gefahr kämpfen, ihr Kind an den Gewalttäter, der meist Wohnung, Spielsachen, Geld, Familie und Freundeskreis bieten kann, zu verlieren. Manchmal weil das Kind in dieses finanziell gesicherte Umfeld zurückdrängt, aber manchmal auch, weil die Behörden dieses Umfeld als besser erachten, wie den Aufenthalt auf unbestimmte Zeit im Frauenhaus und das weitere Leben in ungesicherten oder prekären finanziellen Verhältnissen bei der alleinerziehenden Mutter.

Advent. Stille Zeit. Besinnliche Zeit. „Leider nicht für jeden Menschen. Für manche ist es eine zwangsweise stille Zeit, eingefroren, ohne Bewegung. Angstvolles Vorangehen, der Dunkelheit und den weiteren Ablehnungen entgegen“, erklärt Drexler. „Für die Klientinnen des Frauenhauses Murnau wünsche ich mir in dieser Weihnachtszeit Menschen, die ihren Blick vom persönlichen Profit und den festgefahrenen Vorurteilen weg wieder hin zum Menschen, zum Mitmenschen richten und ihm entgegen gehen.“ Frauen, die mit ihren Kindern der Gewalt im „geschützten“ Familienkreis entflohen sind, seien dankbar für jede Chance auf einen Neubeginn, für jede Wohnung, die ihnen Geborgenheit und die Luft zum Atmen bietet. „Mehr brauchen sie erst einmal nicht. Eine Wohnung ist das, was alles andere ermöglicht und Hoffnungen bündelt. Ohne Wohnung haben sie nichts und ohne Wohnung war alles, was sie bisher durchstanden haben umsonst.“

Wer helfen möchte, kann sich unter Tel. 08841/5711 an das Frauenhaus wenden. Mehr Informationen auch im Internet.

Von Kreisbote

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