Weitere Unterkünfte in den Gemeinden werden dringend gesucht

500 Flüchtlinge bis zum Jahresende

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Am Leprosenweg in Weilheim werden für die Flüchtlinge zwei weitere Container mit insgesamt 44 Plätzen aufgestellt.

Weilheim – Der Strom der Asylsuchenden nach Deutschland reißt nicht ab. Bis Dezember muss der Landkreis Weilheim-Schongau bis zu 260 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Redaktionsleiterin Maria Hofstetter befragte Helmut Estermann, Sachgebietsleiter für Ausländer- und Asylrecht am Landratsamt, zur aktuellen Situation.

Wie viele Asylsuchende werden zur Zeit im Landkreis beherbergt und wie viele Flüchtlinge werden bis zum Jahresende voraussichtlich noch folgen? 

Estermann: „Die Zahl der im Landkreis aufgenommenen Asylbewerber beträgt zur Zeit zirka 240 Personen. Die Regierung von Oberbayern geht bis zum Jahresende von bis zu 500 Personen aus.“

Aus welchen Ländern stammen die Asylsuchenden? 

Estermann: „Die Asylbewerber in unserem Landkreis stammen vorwiegend aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, Serbien und dem schwarzafrikanischen Kontinent.“

Wie viele anerkannte Asylbewerber leben im Landkreis und wer unterstützt sie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche? 

Estermann: „Dem Landratsamt ist die Zahl der im Landkreis lebenden anerkannten ehemaligen Asylbewerber nicht bekannt. Soweit erforderlich werden ehemalige Asylbewerber bei der Wohn- und Arbeitssuche in gleicher Weise wie alle anderen Bürger unterstützt.“

Wann werden die zusätzlichen Container am Standort Leprosenweg in Weilheim bezugsfertig sein? 

Estermann: „Eine Bezugsfertigkeit vor Jahresende wird angestrebt.“ 

Wie werden die Container und ihre Bewirtschaftung finanziert? 

Estermann: „Die Container werden vom Landkreis gekauft, gemietet oder geleast. Der Freistaat Bayern erstattet dem Landkreis die hierfür erforderlichen Mietaufwendungen.“

Der Pachtvertrag mit der Firma Zarges als Grundeigentümerin endet zum 31. Dezember 2014. Wurde für die Zeit danach schon eine Vereinbarung getroffen? 

Estermann: „Nein.“

Wie viele Flüchtlinge wohnen in Peißenberg? 

Estermann: „In Peißenberg leben derzeit zirka 65 Asylbewerber.“

Sind in anderen Gemeinden (mit Ausnahme von Rottenbuch und Wildsteig, dazu eigener Bericht auf Seite 5) noch Unterkünfte in Sicht? 

Estermann: „Wir hoffen darauf, dass in jeder Gemeinde des Landkreises Unterkünfte in angemessener Größe in Sicht sind.“

Wann rechnen Sie mit bezugsfertigen Containern in Penzberg und wie viele Zuweisungen sind für die Stadt geplant? 

Estermann: „Weder die Bezugsfertigkeit von Containern noch die Zahl der Asylbewerber lassen sich für Penzberg derzeit konkret absehen.“

Werden von privater Seite noch Räumlichkeiten angeboten? 

Estermann: „Ja.“

Wie sieht es in den Unterkünften mit Internetanschlüssen aus? 

Estermann: „Nach den Vorgaben der Staatsregierung ist die Nutzung von Telefon- und Internetleistungen auf Mobilfunkbasis vorrangig. Eine stationäre Versorgung mit diesen Leistungen hängt von den Gegebenheiten der angemieteten Immobilie ab. Soweit ein Fest- netzanschluss vorhanden ist, kann jeder Asylbewerber einen entsprechenden Telekommunikationsvertrag abschließen.“

Wurde für die ‘Kontaktstelle Asyl’, die zunächst auf zwei Jahre befristet wird, schon eine Vollzeitkraft gefunden?

Estermann: „Die Bewerbungsfrist ist noch nicht abgelaufen.“ 

Welche Voraussetzungen muss diese Kraft mitbringen und wer finanziert sie? 

Estermann: „Unter anderem muss die sich bewerbende Person umfangreiche soziale Erfahrungen aus beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeit mitbringen. Diese Stelle wird vom Landkreis finanziert.“

Ist eine Vollzeitstelle nicht zu knapp bemessen im Hinblick auf die weiter steigenden Flüchtlingszuweisungen an unseren Landkreis? 

Estermann: „Neben dem Sachbearbeiter der ‘Kontaktstelle Asyl’ gibt es im Landratsamt mehrere Außendienstmit- arbeiter. Die Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis werden durch staatliches Personal betreut. Außerdem fördert der Freistaat Bayern die Asylsozialberatung durch die Träger der freien Wohlfahrtspflege mit einer Vollzeitkraft pro 150 Asylbewerber.“

Welche Bereiche soll der oder die MitarbeiterIn konkret abdecken? 

Estermann: „Der Mitarbeiter soll Ansprechpartner sein für ehrenamtliche Helfer, Asylbewerber in Konfliktlagen, Asylbewerber und anerkannte Flücht- linge, die Arbeitsgelegenheiten oder Deutschkurse suchen, anerkannte Flüchtlinge, ausreisepflichtige Asylbewerber und für die Öffentlichkeitsarbeit.“

Können Sprachbarrieren mit ehrenamtlichem Einsatz gelöst werden? 

Estermann: „Sprachbarrieren können nur durch das aufeinander Zugehen aller Beteiligten und den Erwerb entsprechender sprachlicher Kompetenzen überwunden werden.“

Asylbewerber und ehrenamtliche Helfer sind mit dem Ablauf der Verfahren, bei denen es Fristen einzuhalten gibt, oft überfordert. Wo finden Sie Hilfe? 

Estermann: „Wir empfehlen den Internetauftritt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen jeweils mit umfangreichen weiteren Nachweisen.“

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