Wunsch nach Politik & Kultur des Mutes

Diakonie Oberland informierte über Flüchtlingssituation in der Region

Diakonie Oberland
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Informierten über die Situation Geflüchteter in der Region (v.li.) Integrationslotsin Inge Putzier, Diakon Stefan Helm, Migrationsberaterin Anja Trützler, Dekan Jörg Hammerbacher und Pfarrer Jost Herrmann.

Weilheim – Die Bilder aus dem abgebrannten Flüchtlingslager gingen um die Welt. Zugleich war in dieser Woche der bundesweite Aktionstag für die Migrationsberatung und am Freitag, 2. Oktober, findet der Tag des Flüchtlings statt. Gründe genug für die Diakonie Oberland, zu einer Informationsrunde einzuladen, wie sich die Situation für Flüchtlinge in der hiesigen Region derzeit darstellt. Als Gesprächspartner waren neben Diakoniegeschäftsführer Stefan Helm Pfarrer Jost Herrmann, Vorsitzender des Vereins Asyl im Oberland, Inge Putzier, Integrationslotsin, Migrationsberaterin Anja Trützler sowie Dekan Jörg Hammerbacher anwesend.

Dankbar, dass die Diakonie die entsprechenden Stellen für die Integration geschaffen hat, zeigte sich Herrmann. Insbesondere auch unter dem Aspekt, dass mittlerweile bei den Ehrenamtlichen eine große Lücke klaffen würde. Trützler schilderte am Beispiel einer fünfköpfigen Familie die Schwerpunkte ihrer Arbeit in der Migrationsberatung. So geht es hier oft um Wohnungs- und Stellensuche, Spracherwerb, aufenthaltsrechtliche Themen aber auch um psychologische Betreuung zur Aufarbeitung von Kriegs- und Fluchttraumata.

Integrationslotsin Putzier, die von zwei weiteren Kolleginnen unterstützt wird, hat ihr Hauptaufgabengebiet in der Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Zwar begrüßt sie es sehr, dass der Landkreis zusammen mit den Ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Gruppen an einem Integrationskonzept arbeitet, doch stehen die immer weniger werdenden Ehrenamtlichen heute vor ganz anderen Herausforderungen wie in der Anfangsphase. Behördengänge, aber auch sprachliche Barrieren erschweren die Arbeit zunehmend. „Ich wünsche mir vor allem mehr hauptamtliche Strukturen für die Ehrenamtlichen und mehr Kompetenzen für den Landkreis“, so Putzier.

Dekan Hammerbacher betonte, welch positive Auswirkungen Migration – die es schon seit Jahrzehnten in Deutschland gibt – auf die Gesellschaft habe. Die Teilhabe der Geflohenen mache die Gesellschaft lebendig. Deshalb plädiert er auch für eine „Kultur und Politik des Mutes und weniger der Angst“. Als Netzwerkerin im Dienste der Flüchtlinge wünscht sich Trützler von vielen Einrichtungen, deren Unterstützung gebraucht wird, mehr Offenheit. Und Diakon Helm sieht die Gesellschaft in der Verantwortung, auch kulturelle Integration zu fördern.

Zur interkulturellen Woche zeigt die Friedrich-Ebert-Stiftung vom 29. September bis zum 11. Oktober die Ausstellung „Menschen in Bewegung“ im Stadtmuseum Weilheim. Und Asyl im Oberland lädt am Freitag, 2. Oktober, zum Lichterzug anlässlich des Tags des Flüchtlings unter dem Motto „Man lässt keine Menschen ertrinken! Punkt!“. Beginn ist um 18 Uhr mit einer Andacht in der Apostelkirche, danach Lichterzug zum Marienplatz, Andacht in Mariae Himmelfahrt sowie Grußworte und Informationen am Stadtmuseum.

Von Bianca Heigl

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