Alexander Dobrindt überreichte Bescheide über rund 5,2 Mio. Euro für den Breitbandausbau

Minister fürs schnelle Internet

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Bürgermeister oder deren Vertreter aus drei Landkreisen waren nach Weilheim zur IHK gekommen, um ihren Förderbescheid von Bundesminister Alexander Dobrindt zu erhalten. Im Hintergrund steht das Infomobil Breitband, mit dem das Breitbandbüro auf Deutschlandtour geht, um für die Digitalisierung in der Bundesrepublik zu werben.

Weilheim/Region – „Wer es nicht macht, verpasst eine Chance für seine Bürger“, warb Bundesminister Alexander Dobrindt enthusiastisch für die Nutzung der Förderanträge zum Breitbandausbau in den Gemeinden. Die am Montag bei der IHK anwesenden Bürgermeister oder deren Vertreter tun dies bereits und kamen, um ihren Förderbescheid abzuholen.

Insgesamt 29 Gemeinden aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech erhielten ihren Förderbescheid über jeweils 50 000 Euro. Dieses Geld sollen die Gemeinden für die Beratung und Planung zum Breitbandausbau nutzen. In einem nächsten Schritt kann das Konzept zur weiteren Bundesförderung eingereicht werden. Wird diese gewährleistet, kommt in Bayern automatisch noch eine Förderung durch den Freistaat hinzu. Damit kann eine Gemeinde auf eine Förderung von maximal 90 Prozent kommen. Derzeit stehen vier Milliarden Euro an Bundesmitteln für die Breitbandförderung bereit. Die gute Nachricht, so Dobrindt, ist, „wenn es nötig ist, gibt es auch noch mehr Geld“. Das habe er mit dem Finanzminister schon abgesprochen.

Einen Schritt weiter sind die zwei Gemeinden Peiting und Wessobrunn. Sie haben die Planungen schon erledigt und weitere Gelder beantragt. Bei der Veranstaltung erhielten sie daher den Infrastrukturbescheid für den Breitbandausbau. Peitings Bürgermeister Michael Asam freut sich über eine Förderung von 1,4 Mio. Euro für eine Verlegung von 57 Kilometer Glasfaser, die 44 Weiler und Ortsteile von Peiting erreichen sollen. „Bis in den hintersten Hof werden wir mit Breitband versorgen“, erklärte Asam begeistert. „Das ist eine sehr bürgernahe Geschichte.“ 2018 soll der Ausbau fertig sein. Dobrindt erklärte bei der Aushändigung der Urkunde: „Wenn‘s Geld nicht reicht, dann kommst halt noch mal.“ Für Wessobrunn nahm zweite Bürgermeisterin Annemarie Bösl den Infrastrukturbescheid über 2,3 Mio. Euro für 47 Kilometer Glasfaser entgegen. Hier gilt es 61 Weiler in den Breitbandausbau miteinzubeziehen. Rund 1,4 Mio. Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen, was durchaus eine Herausforderung ist, wie Bösl feststellte. Die Wessobrunner müssen sich wohl noch etwas länger als die Peitinger gedulden, bis der Ausbau beendet ist. Bösl: „Bis 2018 werden wir es nicht ganz schaffen.“

Der Bundesminister versuchte mit mehreren Beispielen die Bedeutung der Digitalisierung und des schnellen Internets zu illustrieren: Urlaubsorte würden danach ausgewählt, ob es W-Lan gibt oder nicht und bald schon könnte es Duschen geben, die einen scannen und Hautkrebs erkennen. Für Deutschland gehe es um die Frage, „ob wir Innovationsland bleiben oder Stagnationsland werden“.

Damit Deutschland digital ganz vorne dabei ist, geht das Infomobil Breitband auf Tour durchs Land. Es richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen, die für das Thema sensibilisiert werden sollen, informierte Katja Gottschalk vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Es soll vor Ort über die Möglichkeiten, wie 3D-Drucker oder Telepräsenzroboter, beraten werden. Halt wird das Infomobil vor allem bei der IHK und auf Messen machen.

Förderbescheid erhalten

Diese Gemeinden haben in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen einen Förderbescheid erhalten:

- Weilheim-Schongau: Altenstadt, Antdorf, Habach, Hohenfurch, Hohenpeißenberg, Huglfing, Ingenried, Oberhausen, Obersöchering, Prem am Lech, Schwabsoien, Steingaden

- Garmisch-Partenkirchen: Bad Bayersoien, Bad Kohlgrub, Uffing am Staffelsee

Von Melanie Wießmeyer

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