"Förderverein Asyl im Oberland" aus der Taufe gehoben – 27 Gründungsmitglieder

"Dienende Plattform" für Helferkreise

+
Die Gründungsmitglieder und ihr Vorstandsteam mit (sitzend v.l.) Dieter Barta, Jost Herrmann und Lisa Hogger.

Peißenberg – Nach 65 Minuten war alles erledigt: Reibungslos und ohne größere Diskussionen ging im evangelischen Gemeindezentrum in Peißenberg die Gründungsversammlung für den „Förderverein Asyl im Oberland“ über die Bühne. Die örtlichen Unterstützerkreise im Landkreis verfügen damit künftig über eine rechtliche Plattform, um die administrative Abwicklung von Spendengeldern und Verträgen geordneter händeln zu können.

„Es wird höchste Zeit, dass wir neue Strukturen bekommen“, sagte Peißenbergs evangelischer Pfarrer Dr. Rainer Mogk zur Begrüßung der 27 Gründungsmitglieder. Neben den Repräsentanten der Kirchen waren unter anderem Vertreter der Unterstützerkreise aus Peißenberg, Polling, Peiting, Schongau, Burggen und Huglfing anwesend. Mit dabei waren auch die Rathauschefs aus Peißenberg, Peiting und Wessobrunn. Die Gemeinden sind als juristische Personen Mitglieder im Förderverein. Steingaden, Polling, Böbing, Burggen und Pähl sollen bald folgen. Der Verein verfügt damit schon zum Start über eine relativ breite Basis. „Ich gehe aber davon aus, dass es noch mehr Mitglieder werden“, prognostizierte Jost Herrmann. Der hauptamtliche Asylkoordinator im Landkreis wurde von der Gründungsversammlung einstimmig zum Vereinschef gewählt. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Lisa Hogger (Unterstützerkreis Peißenberg) und zum Kassier Dieter Barta gekürt. Letzterer ist in der Finanzbuchhaltung in Herzogsägmühle tätig. Überschneidungen mit dem Diakoniedorf soll es aber nicht geben: „Die Kreisläufe werden völlig getrennt voneinander laufen“, versicherte Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr, der die Gründungsversammlung souverän leitete.

Die Satzung des neuen Fördervereins umfasst insgesamt elf Paragraphen. Der Text wurde bereits im Vorfeld der Vereinsgründung ausformuliert und in der Versammlung nur punktuell korrigiert. Wessobrunns Rathauschef Helmut Dinter wollte zum Beispiel den Autonomieerhalt der einzelnen Unterstützerkreise explizit im Satzungswerk verankert haben – was auch geschah. „Der Verein ist dienend bei der Abwicklung von Rechtsgeschäften und Spenden tätig. Er soll aber nicht inhaltlich in die einzelnen Helferkreise hineinarbeiten“, betonte Knorr. Diskutiert wurde zudem über die Höhe der Mitgliedsbeiträge. Peitings Bürgermeister Michael Asam plädierte mit Blick auf die Anwerbung weiterer Mitglieder dafür, den Obolus „möglichst gering“ zu halten. Letztlich einigte sich die Versammlung auf zehn Euro pro Jahr und Kopf. Juristische Personen zahlen 60 Euro. Aktive Helfer sollen aber eventuell ganz von den Beiträgen befreit werden. Sinn und Zweck des Vereins sei es nicht, große Gelder anzuhäufen und die Ehrenamtliche noch zusätzlich zu belasten, hieß es als Begründung. Über die einzelnen Befreiungskonditionen soll auf einer der nächsten Mitgliederversammlungen ausführlich beraten werden. Die finanzielle Speisung des Vereins soll hauptsächlich über Spenden und Stiftungsgelder erfolgen, die von den Unterstützerkreisen akquiriert werden. Die Mittel sollen dann über den Verein wieder an die ehrenamtlichen Helfer zurücklaufen. Die Gelder bleiben also nach wie vor ortsgebunden.

Die Wahlperiode für den Vorstand ist laut Satzung auf zwei Jahre festgelegt. Vermutlich wird sich der Förderverein aber bereits 2018 nach einem neuen Vorsitzenden umschauen müssen. Herrmann ist nur befristet als Asylkoordinator tätig. Der evangelische Pfarrer rechnet nicht damit, dass die Stelle über den Sommer 2018 hinaus verlängert wird: „Ich werde mir im Frühjahr nächsten Jahres wohl wieder eine Pfarrstelle suchen müssen – und das wird eher nicht in der Region sein“, bestätigte Herrmann am Rande der Versammlung.

Von Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesen

Faulturm, Stromspeicher und mehr
Faulturm, Stromspeicher und mehr
"Du hast alles richtig gemacht"
"Du hast alles richtig gemacht"
Instandhaltungsfahrzeug (MISSGAF)
Instandhaltungsfahrzeug (MISSGAF)
Unwetter hält Feuerwehren auf Trab
Unwetter hält Feuerwehren auf Trab

Kommentare