Tipps fürs Archiv und ein offener Brief

Förderverein Radom Raisting aktiver denn je

Dr. Ulf Hermanspann vom Freundeskreis Ortsgeschichte Pähl-Fischen zeigt am Beispiel eines Artikels aus dem Kreisboten über das Radom einzelne Schritte, wie er ihn in die Datenbank aufnimmt.
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Dr. Ulf Hermanspann vom Freundeskreis Ortsgeschichte Pähl-Fischen zeigt am Beispiel eines Artikels aus dem Kreisboten über das Radom einzelne Schritte, wie er ihn in die Datenbank aufnimmt.

Raisting/Pähl – Ab und an besuchen Mitglieder des Fördervereins Industriedenkmal Radom Raisting den Freundeskreis Ortsgeschichte Pähl-Fischen. Denn die Mitglieder des Ortsvereins haben schon einige Erfahrung im Archivieren von Dokumenten und geben diese gerne weiter.

Erst kürzlich trafen sie sich wieder im Gemeindearchiv von Pähl-Fischen. Die Chronisten Dr. Ulf Hermanspann und Leonhard Bartl sind oft dort anzutreffen. Bartl ist täglich damit beschäftigt, die regionale Presse nach Berichten mit Bezug zu Pähl zu durchforsten, zum Beispiel den Kreisboten. Hermanspann inventarisiert dessen Funde und historisches Material, was ihnen auch die Einheimischen bringen. Er scannt jeden Schnipsel, speichert ihn in der Datenbank, verschlagwortet den Inhalt. Das Original bekommt dann eine Nummer und wird anschließend in einem säurefreien Spezialkarton abgelegt. Ebenso verfährt er mit Fotos, Dias oder sonstigen Dokumenten. „Nur der Computer weiß dann, wo man ein Original findet. Doch wenn jemand etwas sucht, reichen meist die eingetragenen Informationen in der Datenbank“, erklärt Hermanspann.

Ihre routinierten Strukturen, um die Dokumente in die Datenbank aufzunehmen, entsprechen dem, was sich auch der Förderverein gerade aufbaut. Die wertvollen Tipps der Pähler sind da natürlich hilfreich.

Derzeit sucht der Förderverein noch nach einer geeigneten Heimat für ein eigenes Archiv mit Material der Deutschen Post und der Telekom AG zum Betrieb der Erdfunkstelle und des Radoms seit den 1960er Jahren. Etwas neidisch schauten sich die Mitglieder nach eigenen Angaben den großzügigen Raum der Pähler Kollegen an, den ihnen die Gemeinde zur Verfügung stellt. Am Ende des Besuchs erfuhren die Mitglieder des Fördervereins Radom Raisting noch, dass die Pähler mit Computern, Bildschirmen und Scannern arbeiten, die sie geschenkt bekommen haben. Geschenkt ist auch der schöne Blick aus ihren Archivfenstern bis hin zur Raistinger Erdfunkstelle und zum Radom.

Studie veröffentlichen

Die Wiederherstellung des Radoms beschäftigt den Förderverein derzeit natürlich auch. Doch scheint es den Mitgliedern etwas an Informationen zu mangeln. Daher ging jetzt ein Offener Brief an Landrätin Andrea Jochner-Weiß sowie den Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH René Jakob. „Sie kündigten in den Medien Transparenz der Angelegenheiten des Raistinger Industriedenkmals an, obwohl der Kreistag auf Ihren Antrag hin beschloss, Belange der Radom GmbH nichtöffentlich zu beraten“, schreibt Dr. Sabine Vetter, Vorsitzende des Fördervereins.

„Mitte April erfuhren wir auch ausführlich über die Presse, wie die neue Hülle produziert wird, wann sie in etwa in Raisting ankommt und montiert werden könnte.“ Jedoch seien bisher nur wenige Informationen der Machbarkeitsstudie zur zukünftigen Nutzung des Denkmals bekannt geworden, bemängelt Vetter. „Von Ihrem Bericht über Details der Pläne im nichtöffentlichen Teil einer Kreistagssitzung erfuhren Bürger*innen anschließend nicht mehr, als dass Kreisrät*innen die Kosten des Konzepts kritisierten und die Übernahme des Radoms durch den Freistaat Bayern forderten.“

Der Förderverein spricht sich dafür aus, „dass Pläne zur Gestaltung und Nutzung des national bedeutenden Denkmals mit den Bürgern frühzeitig erörtert und entschieden werden sollten“. Denn es gehe dabei um „langfristige, kostenintensive und die ganze Region betreffende Vorhaben, die möglichst alle mittragen sollen“.

Vetter bittet daher um die Veröffentlichung der gesamten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, „damit für alle Beteiligten transparent ist, was für die zukünftige Nutzung des Radom empfohlen wird – und eventuell auch, was nicht.“ Sollte es Gründe für die Nichtöffentlichkeit oder spätere Bekanntgabe dieser Angelegenheiten geben, „legen Sie diese bitte den Bürgern zum besseren Verständnis dar“.

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Von Kreisbote

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