Vom Forscher-Virus befallen und dafür ausgezeichnet

Dass die Geschichte Pollings den Besuchern des Heimatmuseums heute so bildhaft lebendig und verständlich erscheint, ist zum großen Teil ein Verdienst Brigitte Angelosantis. Als Vorsitzende des Pollinger Heimatvereins arrangierte sie Vorhandenes neu, setzte eigene Vorstellungen um und ließ das Museum zum viel bewunderten Schmuckstück werden. Für ihr langjähriges, beispielhaftes Engagement verlieh ihr der Heimat- und Museumsverein Weilheim am vergangenen Montag bei einem Festabend den Willi-Mauthe-Preis 2009.

Es war die 27. Verleihung des Preises und sie setzte einen weiteren Glanzpunkt. „Das Leben wird nach vorwärts gelebt, aber nur im Rückblick verstanden“, sagte Vereins-obmann Joachim Heberlein vor geladenen früheren Preisträgern und Ehrengästen. Mit dem Zitat des schwedischen Theologen und Philosophen Soren Kierkegaard würdigte Heberlein die ehrenamtlichen großen Verdienste der Preisträgerin um die Heimatforschung- und Pflege. In seiner Laudatio beschrieb Heberlein das zeitliche und finanzielle Engagement Angelosantis für das Pollinger Heimatmuseum als beispielhaft. Sie habe zuerst als langjährig aktives Mitglied im Heimatverein, davon sechs Jahre als Beisitzerin im Vorstand, ein Jahr als zweite Vorsitzende und von 1996 bis 2007 als Vorsitzende durch die lebendige Gestaltung ein „Verstehen können der Geschichte“ vermittelt und aus dem Museum eine „Perle“ gemacht. „Sie hat Sonderaktionen durchgeführt, geforscht, Irrtümer ausgeräumt, Vorträge gehalten, Führungen und Veranstaltungen organisiert. Sie ist vom Forschervirus befallen und reiht sich in die Reihe bedeutender Pollinger Gelehrter und Forscher ein“, sagte Heberlein. Angelosanti erwarb sich auch als Autorin Anerkennung. So verfasste sie die „Pollinger Kochbücher“, die in drei Bänden rund 1200 Rezepte beinhalten. Mit den Verkaufserlösen finanzierte sie den Ankauf weiterer Exponate. „Wenn Menschen wie sie ihre persönlichen Belange hintenanstellen und danach streben, das Überkommene zu erforschen, zu bewahren und zu vermitteln, braucht uns um die Ge- schichte unserer Heimat und des Pfaffenwinkels nicht bange zu sein“, zollte ihr Heberlein Respekt. Die Preisträgerin zeigte sich von der Auszeichnung bewegt, beließ es aber nicht nur bei Dankesworten, sondern überreichte 500 Euro für das Stadtmuseum Weilheim. Angelosanti verband ihre Spende mit der Bitte, ein eigenes Förderkonto für dessen Neugestaltung einzurichten. Die Summe wurde vom 1. Obmann Heberlein nach kurzem Blickwechsel mit dem Vereinsschatzmeister spontan um den gleichen Betrag aufgestockt. Im Festvortrag „Von der Lust und Last historischen Arbeitens“ beschrieb Professor Dr. Hans Pörnbacher das Suchen, Finden und Präsentieren von Fundstücken als Befriedigung und Freude für den Forscher. Er zog seinen Reigen von bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen Literatur über den Pollinger Bürger Probst Franz Töpsl und verglich den Vorgang mit den Erlebnissen der Preisträgerin. Sabine Heberlein und Thomas Gruber begleiteten den Festakt musikalisch.

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