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Frauenhaus Murnau sucht nach ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

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Wenn Frauen Opfer von häuslicher Gewalt werden, gibt es Hilfe und Info beim Frauenhaus Murnau. © lofilolo/panthermedia

Murnau – ...dann werden oftmals Sätze wie „er schlägt ja nur, weil er getrunken hat“ oder „sie hat ihn wahrscheinlich provoziert“ gebraucht, um häusliche Gewalt zu beschwichtigen und klein zu reden. Es ist ein Tabuthema, das mehr vom Schweigen als vom Reden Generation über Generation weitergetragen wird.

Das Frauenhaus in Murnau ist eine Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Garmisch, welches Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, unabhängig von ihrer Konfession, Nationalität und ihres Alters, eine vorübergehende Zufluchtsstätte bietet. Sie finden dort Schutz und Beratung. Neben den Klientinnen im Haus werden Frauen, die Opfer von körperlicher, sexueller oder auch psychischer Gewalt oder Stalking geworden sind, auch ambulant beraten.

Unterstützt werden die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen von einer Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen in der Rufbereitschaft nach Büroschluss, die eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit des Frauenhauses ermöglichen. Ein Ehrenamt mit bereichernden, aber auch mit Erfahrungen am Rande der Wohlfühlgesellschaft.

Da dieses Ehrenamt im Landkreis eher wenig bekannt und doch so wichtig zur Sicherstellung der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit der Schutzeinrichtung ist, sucht das Haus nach weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Was ist zu tun?

Wer als Frau auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist, die sich flexibel mit dem privaten Arbeits- und Freizeitleben vereinbaren lässt, ist in der Rufbereitschaft des Frauenhauses erst einmal richtig. Aber die Flexibilität ist nicht alles. Verantwortungsbereitschaft und Teamgeist sind genauso wie Einfühlungsvermögen und Verschwiegenheit gefragt und sollten auf einer großen Offenheit gegenüber den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Kulturzugehörigkeiten fußen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützen die Fachkräfte des Frauenhauses Murnau in der Rufbereitschaft außerhalb der Bürozeiten. Im Telefonkontakt helfen sie den Anruferinnen schnell und unbürokratisch. Die Anruferin erhält Erstinformationen und erfährt Unterstützung in ihrer akuten angst- und gewaltgeprägten Situation.

Ziel des Gespräches ist die Entlastung der von Gewalt betroffenen Frau. Es wird geklärt, ob die Frau in eine Schutzeinrichtung aufgenommen werden will, oder ob es alternative Hilfemöglichkeiten und Schutzorte für sie gibt. Auch eine anstehende Aufnahme ins Frauenhaus Murnau wird von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Rufbereitschaft organisiert und durchgeführt. Die weitergehende Unterstützung und Beratung bekommt die Klientin dann in den folgenden Tagen von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Hauses. Neben der Arbeit in der Rufbereitschaft begleiten die Ehrenamtlichen Klientinnen auch auf Wunsch bei Behördengängen, Gerichtsterminen oder packen beim Umzug der Klientinnen in die neue Wohnung tatkräftig mit an.

Kein Vorwissen gefragt

Wer sich im Frauenhaus engagieren will braucht kein Vorwissen, keinen speziellen Beruf und keine langwierige Weiterbildung. Alle neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bekommen eine theoretische Einarbeitung und durchlaufen danach eine praktische Einarbeitungsphase, in der sie unter der Patenschaft erfahrener Ehrenamtler ihren Dienst in der Rufbereitschaft beginnen. Regelmäßige Treffen und Weiterbildungsmöglichkeiten und Supervisionsangebote gewährleisten im Laufenden die fachliche Kompetenz und die Selbstsicherheit in der Arbeit. Daneben veranstaltet der Träger im Jahresverlauf verschiedene Feiern und Ausflüge, zu denen die ehrenamtlichen Mitarbeiter eingeladen werden.

Frauen, die sich ehrenamtlich im Frauenhaus Murnau engagieren wollen, können sich unter Tel. 08841/5711 melden.

Von Kreisbote

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