Landeerlaubnis erbeten

Freie Künstler Peißenberg demonstrieren für Juze-Nutzung durch Verein

Demonstranten mit Schildern
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Bitten um Landerlaubnis in der Marktgemeinde respektive im alten Juze: Die „Freien Künstler Peißenberg“.

Peißenberg – „Gebt uns das alte Juze!“ So lautete am vergangenen Samstag die Forderung der „Freien Künstler Peißenberg“ an den Marktgemeinderat. Frontmann Moritz Hummig und seine Mitstreiter platzierten im Rahmen einer angemeldeten Kundgebung ein ausrangiertes Kleinflugzeug am Rathausplatz und baten für die Kultur- und Musikszene bildlich um „Landeerlaubnis“.

Die „Freien Künstler“, ein 2019 gegründeter Verein, wollen das alte Jugendzentrum als Treffpunkt für Musik- und Kunstinteressierte wiederbeleben – „im alten, neuen Glanz“, wie sie es formulieren. Vor allem jungen, angehenden Bands sollen Proberäume zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen etwas für Peißenberg machen“, betonte Moritz Hummig bei der abstands- und hygieneschutzkonform verlaufenen Kundgebung. Peißenberg würde sich „gefühlt schon seit etlichen Jahren im Lockdown befinden, was Kunst, Kultur und Musik angeht“. Seit nun schon vier Jahren würde er sich um die Nachnutzung des alten Juze bemühen, doch das Projekt sei bislang immer blockiert worden. Nun müssten die „Freien Künstler“ sogar gegen einen Verein als Mitbewerber antreten, aus dessen Reihen man sich vor einem Jahr noch für den Abriss des baufälligen Gebäudes ausgesprochen hatte. Moritz Hummig zielte damit auf Gemeinderätin Sandra Rössle (CSU/Parteilose) ab, deren Ehemann Vorsitzender des Faschingsvereins „Frohsinn 2000“ ist. Der „Frohsinn“ hat inzwischen ebenfalls Interesse am alten Juze bekundet und möchte es als Trainings- und Lagerstätte nutzen.

Die „Freien Künstler“ verpackten ihre Botschaft mit viel Charme und musikalischen Einlagen – unter anderem dargeboten vom Juze-Veteranen Williams Fändrich und Sängerin Maybellene Hummig. Anna Fritsche, die zweite Vorsitzende des Vereins, verwies auf die Geschichte des alten Juze als „legendärer Veranstaltungsort“ mit den traditionellen Weihnachtskonzerten und den Gehörsturzfestivals: „Wir wollen dort wieder Konzerte veranstalten“, erklärte Fritsche: „Wir wollen Kreativität aller Art fördern.“ Ins gleiche Horn stieß Lukas Davis: „Wir holen die Leute von der Straße. Wir können Peißenberg etwas bieten – etwas, was den Ort aufweckt“, so der Vereins-Schatzmeister.

Wir brauchen Raum für kreative Köpfe hier in Peißenberg. In Augsburg und München wird das praktiziert. Aber wir brauchen so etwas auch auf dem Land.

Maybellene Hummig, Schwester von Moritz Hummig

Das alte Juze dürfe nicht zum Lagerraum verkommen, erklärten die „Freien Künstler“. Man habe nichts gegen den Verein „Frohsinn 2000“. Dessen Aktivitäten seien wunderbar, aber zu jedem Verein gebe es ein passendes Gebäude – und das alte Juze würde eben perfekt zu den „Freien Künstlern“ passen. „Wir haben die Manpower im Verein, es zu sanieren. Ich hoffe, dass am Ende nicht nur die Einflussreichen gewinnen“, erklärte Moritz Hummig.

Bislang kam für den Vorsitzenden der „Freien Künstler“ nur ein Kauf des alten Gemäuers in Frage, doch inzwischen signalisiert man gegenüber der Gemeinde die Bereitschaft zu einer vorrübergehenden Pachtlösung. Man könne sich vorstellen, so Moritz Hummig bei der Demo, das alte Juze fünf Jahre lang zu pachten. Wenn man das Projekt in dem Zeitraum zum Laufen bringe, würde man gerne die Option haben, das Gebäude zu kaufen: „Wir brauchen Sicherheit und Vertrauen“, so Moritz Hummig.

Von Bernhard Jepsen

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