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Freie Waldorfschule Weilheim feierte Grundsteinlegung

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Von: Mihriban Dincel

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Grundsteinlegung Waldorfschule in Weilheim
Clara und Finn, zwei Schüler der Waldorfschule, legten den Grundstein. © Dincel

Weilheim – Mehr als 500 Besucher waren am ehemaligen Erdbeerfeld am Narbonner Ring zugegen, als kürzlich der Grundstein für die neue Freie Waldorfschule in Weilheim gelegt wurde.

Der erste Teil des Neubaus soll voraussichtlich 2024 bezugsfertig sein und Platz für alle Klassen bis zum Abitur bieten. Den Entwurf und die Ausführungsplanung hierzu entwickelten die Architekten der eigens für das Projekt gegründeten ARGE Waldorfschule Weilheim mit dem Architektenteam um Jensen Ingrisch Recke Architekten und Stadtplaner, Mahlknecht Herrle Architektur und Tobor Architekten sowie Anke Birnkammer auf dem Masterplan des Büros Kéré Architecture. Im Laufe der nächsten Jahre sind dann weitere Bauabschnitte für die Erweiterung des Schulhauses, eine Sporthalle, eine Schulküche und einen Festsaal geplant. Allgemein soll das Bauvorhaben nicht nur ein positives Beispiel für Ästhetik, sondern auch für Ökologie und Nachhaltigkeit sein.

Mit der Grundsteinlegung wurde nun ein wichtiger Schritt des Vorhabens umgesetzt. Neben Stadträten, dem Bürgermeister, der Landrätin und weiteren Ehrengästen, waren Lehrende, Schüler und Schülerinnen sowie deren Familien zu diesem feierlichen Akt geladen.

Durch das Programm führten der Schulleiter des Gymnasiums der Freien Waldorfschule Weilheim, Dr. Dietmar Müller, sowie seine Vorstandskollegin Johanna Schumann. Dabei grüßte Müller in seiner Ansprache zuerst die Schüler, die dieses Ereignis ganz besonders betreffe. Er dankte den Anwesenden, der Schulaufsicht sowie dem Kultusministerium für die Unterstützung. Schumann ging auf die Entwicklung der Schule ein. Was vor circa zehn Jahren mit acht Schülern begonnen habe, werde nun mit 250 Schülern und zehn Klassen weitergeführt. Daher sei das Gebäude in Huglfing auch allmählich zu eng, obgleich man sich in den Räumlichkeiten wohlfühle.

Das die Schüler einen besonderen Stellenwert bei der Feier hatten, wurde auch beim Akt der Grundsteinlegung selbst klar. Es waren nämlich zwei Schüler, Finn und Clara, die diese Aufgabe übernehmen durften. Der Grundstein, ein Dodekaeder aus Kupfer, wurde von Schumann von Hand geschmiedet. In ihm befinden sich Zeitzeugnisse und zahlreiche Wünsche. Den anschließenden Segensspruch sprach Hans-Georg Schmitz vom Lehrerkollegium.

Darüber hinaus hielten einige Gäste eine Ansprache, darunter die Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Für sie sei eine Grundsteinlegung immer ein hoffnungsvoller Moment. Sie betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig es sei, in die Bildung junger Menschen zu investieren. „Die Jugend ist unsere Zukunft“, so die Landrätin. Begeistert zeigte sie sich darüber, dass die Eltern, Schüler und Lehrer der Waldorfschule bei der Gestaltung des Vorhabens mitwirken können und ihre Wünsche und Anregungen in das zukünftige Gebäude einfließen werden.

Diesen Aspekt empfand auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth als besonders positiv. Der Stadtrat sei zudem bei der Vorstellung des Entwurfs 2019 vom Architekten Prof. Diébédo Francis Kéré sofort begeistert gewesen. Er hob in seiner Rede die Ästhetik und insbesondere den ökologischen Aspekt der Planung hervor. „Wir nennen es Erdbeerfeld, da hier früher Erdbeeren gewachsen sind und gepflückt wurden. Hier wächst nun etwas ganz Besonderes“, schloss Loth seine Rede ab.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Schüler und Kinder bei einer Grundsteinlegung – für Brigitte Grams-Loibl vom bayerischen Kultusministerium eine ungewohnte, aber schöne Situation, wie sie in ihrer Ansprache sagte. Grams-Loibl war sich zudem sicher, dass dieser erste Gebäudeabschnitt ein moderner, heller und schöner sein wird. Nun sei es eine Herausforderung für die Lehrenden, den Schulgeist in das neue Gebäude zu bringen. Denn „Leben kommt nur mit den Menschen“, erklärte Grams-Loibl.

Dann kamen zwei Schüler zu Wort. Emilia aus der neunten Klasse war bereits von Anfang an dabei. Sogar, als die Freie Waldorfschule noch aus nur acht Schülern bestand. Sie schilderte ihre glücklichen Schultage. Leo aus der zehnten Klasse sieht eindeutige Vorteile am neuen Standort Weilheim. Denn dieser würde für ihn einen „entspannten Schulweg“ bedeuten.

Grundsteinlegung Waldorfschule Weilheim Schüler
Leo und Emilia teilten ihre Gedanken mit den Anwesenden. © Dincel

Geschenke – zur Bepflanzung der Außenanlagen – wurden vom Waldorf-Lesekreis und der Nachbar-Waldorfschule Isartal übergeben. Zu Beginn und zum Abschluss der Feier konnten die Besucher außerdem einer Bläserfanfare horchen, die von Jürgen Geiger, Organist der Weilheimer Stadtpfarrkirche, anlässlich der Grundsteinlegung komponiert wurde. Zudem spielte ein Streicherensemble Mozarts Divertimento C-Dur Allegro und Largo.

Eine musikalische Einlage der Drittklässler gab es in Form eines Flötenkonzerts. Ein gemeinsam gesungenes Stück, zusammengesetzt aus mehreren bekannten Liedern wie Bruder Jakob und Ode an die Freude, rundete das Programm ab.

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