Freikarten ermöglichen Gabentisch-Empfängern Teilhabe am Kulturprogramm in Tiefstollenhalle

Ein verstecktes Glück

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Zogen eine positive Bilanz zum fünfjährigen Jubiläum der Freikartenaktion: V.li. Dr. Günther Schatz, Henriette Ursel und Herbert Zoch, Vorstandsmitglied im Kulturverein.

Peißenberg – Vor fünf Jahren wurde vom Peißenberger Kulturverein die Freikartenaktion „Kultur soll kein Luxus sein“ ins Leben gerufen. Die Resonanz ist ungebrochen hoch. Über die Jahre hinweg wurden insgesamt bereits über 460 Freikarten an den ökumenischen Gabentisch verteilt.

Sinn und Zweck der Aktion ist es, auch der weniger betuchten Bevölkerungsschicht den Zugang zum kulturellen Leben in der Tiefstollenhalle zu ermöglichen. Kulturvereinschef Dr. Günther Schatz spricht diesbezüglich von „Teilhabe“. Bei den Veranstaltungen in der Tiefstollenhalle gehe es nicht nur darum, dass sich die Künstler darstellen, sondern auch um ein Identitätsgefühl mit dem Kulturzentrum. Und dazu würden eben alle Bevölkerungsschichten gehören.

Zu jeder Veranstaltung des Kulturvereins werden dem Gabentisch sechs Freikarten zur Verfügung gestellt, bei Kinderevents sind es sogar zehn. „Die Lebensmittel sind die Grundlage für die Gabentisch-Berechtigten, und die Freikarten bringen den Leuten das Glück. Es ist ein verstecktes Glück“, betont Schatz.

„Es geht darum, dazuzugehören und nicht ausgegrenzt zu sein“, erklärt Henriette Ursel vom Organisationsteam des Gabentisches. Eine Eintrittskarte für die Tiefstollenhalle zu kaufen, das könnten sich die Gabentisch-Empfänger schlichtweg nicht leisten. Besonders hoch ist die Nachfrage nach den Freikarten bei den Kinderveranstaltungen. Oft reicht hier das Kontingent nicht aus, um alle Wünsche zu bedienen. Abgewiesen wird beim Gabentisch allerdings niemand. Aus Spendengeldern – unter anderem aus der Pfandflaschen-Bon-Aktion – werden die fehlenden Karten bei Bedarf nachgekauft.

Ganz wichtig dabei: Die Vergabe der Freikarten erfolgt im Rahmen der Lebensmittelausgabe des Gabentisches. An der Kasse in der Tiefstollenhalle erkennt also dann niemand, ob für die Eintrittskarte bezahlt wurde oder nicht.

Freikarten gibt es übrigens nicht nur für die Veranstaltungen des Kulturvereins, sondern unter anderem auch für die Programmpunkte des Abo-Partners „Brotzeit & Spiele“: „Es sind eigentlich alle Kooperationspartner mit im Boot“, versichert Schatz – und dass die Aktion auch noch viele Jahre weiterlaufen soll: „Wir haben nicht die Absicht, unser Engagement zu limitieren.“

Ganz im Gegenteil: Zum fünfjährigen Jubiläum der Aktion wird das Freikarten-Kontingent für den Gabentisch beim Auftritt der Volksmusikgruppe „Oansno“ sogar von sechs auf zehn Karten erhöht.

Von Bernhard Jepsen 

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