134 Junghandwerker in den Gesellenstand erhoben

Handwerk zeigt Stärke

+
Die Innungsbesten mit Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl (li.) und Geschäftsführer Roland Streim (re.). V. li.: Antonio Dario Muscolino, Maike Schütz, Michael Schweiger und Marco Heymann. Nicht im Bild Yvonne Dosch.

Weilheim – Wer am vergangenen Freitag gegen 18 Uhr als Ortsunkundiger in Richtung Stadthalle fahren wollte, brauchte sich nur in die lange Reihe der Abbieger auf der Wessobrunner Straße einzureihen. Für die 134 frisch- gebackenen Junghandwerker des Oberlands, die in den meisten Fahrzeugen saßen, war es ein unvergesslicher Tag im Leben.

Den Löwenanteil der neuen Junghandwerker stellten die Heizungs- und Sanitärberufe mit 48 Gesellen, gefolgt von den Feinwerkmechanikern mit 30 Absolventen.

Zweiter Bürgermeister Horst Martin, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Oberstudiendirektor Thomas Schütz gratulierten den erfolgreichen Prüflingen zur der neu gewonnenen Freiheit und wünschten ihnen Glück auf dem künftigen Lebensweg. Jochner-Weiß bat die Junghandwerker in ihrem Grußwort, Bayern treu zu bleiben. „Wir brauchen euch, euer Können und Engagement. Ihr habt bei uns exzellente Chancen“, sagte sie unter Applaus. Vor dem traditionellen Akt der Freisprechung dankte Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl dem Kreistag für den Entschluss, für rund 50 Millionen Euro eine neue Berufsschule in Weilheim zu bauen. Hintergrund: Der jetzige, rund 40-jährige Schulbau an der Kerschensteiner Straße entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und noch weniger den künftigen. Zirngibl begründete die Notwendigkeit des geplanten Neubaues mit handfesten Zahlen. So gäbe es derzeit im Landkreis 2 568 Handwerksbetriebe mit 1017 Lehrlingen. Der Zuwachs in den Jahren 2014/2015 betrug 2,8 Prozent (im Vergleich: Oberbayern 2,3 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl neuer Lehrverträge deutlich an. Gewachsen sind ebenfalls die Umsatzerlöse auf 1,15 Milliarden Euro, ohne Umsatzsteuer, rechnet Zirngibl vor. Diese Zahlen verdeutlichten den Stellenwert des Handwerks im Landkreis.

Die neuen Fachkräfte ermahnte Zirngibl, so zu arbeiten, wie sie es von anderer Seite erwarteten. Er appellierte, „die Fahne des Handwerks im Oberland hochzuhalten“. „Mit eurer heutigen Freisprechung gehören auch die entspannten Tage in der Berufsschule der Vergangenheit an. Eure Arbeitswoche hat jetzt mindestens fünf Tage“, stellte Zirngibl trocken fest.

Die Erfolgstipps der vier Innungssieger – die Ausbildung ernst nehmen, gut aufpassen und zuhören – waren kein Geheimnis.

Musikalisch untermalt wurde die Freisprechungsfeier des Handwerks durch die Musiker der Big Band des Weilheimer Gymnasiums.

Von Georg Müller

Auch interessant

Meistgelesen

31-Jähriger niedergestochen: Täter auf der Flucht
31-Jähriger niedergestochen: Täter auf der Flucht
Oberstadtlerfest in Bildern
Oberstadtlerfest in Bildern
Schneller Fahndungserfolg
Schneller Fahndungserfolg
Fast schon ein "Pflichttermin"
Fast schon ein "Pflichttermin"

Kommentare