Freisprechungsfeier für Junglandwirte der Schulen in Holzkirchen und Weilheim

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Die frischgebackenen Junglandwirte aus dem Landkreis zusammen mit Vertretern der Schule und des Bauernverbands.

Weilheim/ Ascholding – Es war vor allem die zunehmende Entfremdung zwischen den Lebensmittel-Herstellern und den Verbrauchern, die sich wie ein roter Faden durch alle Reden zog bei der Freisprechungsfeier 2019 der Landwirte im Ascholdinger „Holzwirt“.

Insgesamt hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen dort 58 junge Damen und Herren verabschiedet, die an den jeweiligen Schulen in Holzkirchen und Weilheim ihre landwirtschaftliche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hatten. Unter den Absolventen waren 24 Quereinsteiger, die über das staatliche Bildungsprogramm Landwirt „BiLa“ nach einer außerlandwirtschaftlichen, abgeschlossenen Berufsausbildung jetzt zusätzlich „Landwirt“ gelernt hatten. Dazu kamen dann noch 24 Absolventen der sogenannten „Alm-Akademie Holzkirchen“.

Die frischgebackenen Landwirte, darunter auch 13 junge Damen, hatten ihre praktische Berufsausbildung an Bauernhöfen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Miesbach und Starnberg absolviert. Die besten Absolventen waren dann von der Alm-Akademie Holzkirchen Hans Kranz (Note 1,84, Dietramszell), Michael Reitsberger (1,99, Aufhofen) und Veronika Fleischmann (2,14, Schalkham).

Die Besten der Schule Holzkirchen waren Stefan Gregori (1,69, Marktoberdorf), Paul Gilgenreiner (1,82, Valley) und Martin Huber (2,29, Waakirchen). Die besten Drei der Schule in Weilheim waren die Walchenseerin Theresa Kirschner (1,39), Anna Hindelang (1,77, Uffing) und Thomas Schmid (1,79) aus Sulzemoos. „Die heutige zunehmende große Entfremdung zwischen den Landwirten und der Gesellschaft ist letztlich für beide Seiten schlecht. Dagegen müssen wir angehen“, konstatierte Klaus Koch, der dritte Landrat des Kreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Dabei sah er die Lösung des Problems sowohl bei den Landwirten als auch bei den Verbrauchern.

„Ihr habt den schönsten und wichtigsten Beruf der Welt, auf den ihr stolz sein könnt“, stellte Amtsleiter Rolf Oehler fest. 98 Prozent der Bevölkerung würden heute glauben zu wissen, wie Bauern Landwirtschaft zu betreiben haben. Sie wollen den Bauern vorschreiben, wie sie ihr Land bewirtschaften sollten. Die Jungbauern aber hätten die Produktionstechniken gelernt, wüssten wie die Milch-

kuh gefüttert werden muss, wie etwa der Winterweizen pflanzenbaulich geführt werden müsse. „Sie sind jetzt die Experten.“ Die Landwirte müssten jetzt aber die Verbraucher von dem, was sie produktionstechnisch machen, überzeugen oder sie sogar begeistern, damit sie bereit sind, für die regionalen und ökologischen Produkte mehr zu bezahlen.

Als „ökologisches Weichei“ bezeichnete dann auch Peter Fichtner, Obmann des Bauernverbands im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshaseun, die bayerische Staatsregierung in Sachen Volksbegehren: „Da wartet noch eine enorme Herausforderung für den Bauernstand.“ So forderte er die Absolventen auf: „Bringt euch in die Diskussion mit ein, redet mit.“ Zudem betonte Fichtner, dass „der Zusammenhalt in unserem Berufsstand wichtiger denn je ist“. Eher pragmatisch war der Rat des Prüfungsvorsitzenden Klaus Riesch: „Futtert euer Viech gscheit, dann habt’s auch ihr immer was zu essen.“

Der Bildungsberater am AELF Markus Fink erklärte, dass die Jungbauern jetzt eine gute Grundausbildung hätten, „aber, hört nie auf zu lernen“. So warb dann auch der Weilheimer Schulleiter Stefan Gabler für die weiterführenden Angebote an den beiden Landwirtschafts-Schulen in der Region.

Und Leo Wagner, der Sprecher der Absolventen, betonte: „Für uns Landwirte ist es heute enorm wichtig, dass wir uns in unserem Metier besser auskennen als Google und Facebook.“ ejs

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