Dienstversammlung erneut online

Freiwillige Feuerwehr Weilheim war 2020 mehr als 200 Mal im Einsatz

Einsatz der Feuerwehr Weilheim bei einem Stadlbrand.
+
Mit durchschnittlich 67 ehrenamtlichen Stunden pro Mann im Jahr 2020 ersparte die Feuerwehr dem Stadtsäckel mehr als eine Viertel Million Euro.
  • vonBianca Heigl
    schließen

Weilheim – Auch heuer musste die Freiwillige Feuerwehr Weilheim ihre Dienstversammlung wieder online abhalten. Rund 60 Teilnehmer kamen via MS Teams zusammen, um dem Bericht des Kommandanten zu lauschen. 

Begrüßt wurden die (online) Anwesenden von Bürgermeister Markus Loth, der die Gelegenheit nutzte, den Einsatzkräften zu danken. Zudem gratulierte er Anton Kappendobler, der seit 1973 aktiver Feuerwehrmann war, zum 65. Geburtstag. Kommandant Konrad Bischel konnte vom coronageprägten Einsatzjahr 2020 viel Interessantes vermelden. So war die Gesamtzahl von 216 Alarmierungen und Sicherheitswachen zwar kein neuer Höchststand in puncto Gesamteinsätze. Aber die Tatsache, dass 201 Einsätze aus 175 Funkalarmen entstanden sind, stellt einen neuen Rekord dar.

Am längsten im Einsatz waren die Floriansjünger am 2. und 3. Juli in Riegsee nach einem Unwetter. Dort hatte sich ein großer See in und um einen Stall gebildet, der auch die Elektrik der Melkanlage zerstört hatte. Zusammen mit den örtlichen Kräften und dem THW Schongau wurde der See mit der Hochwasserpumpe abgepumpt, wozu das gesamte Rohr- und auch das erst vor einigen Jahren beschaffte Schlauchmaterial verlegt werden musste. Aufgrund der Knappheit wurden zum Jahresende noch einige Meter Rohre zugekauft. Der Titel „häufigster Kunde“ geht für das Jahr 2020 an das Kreiskrankenhaus, wo insgesamt neunmal die Brandmeldeanlage durch Täuschungs- und Fehlalarme ausgelöst worden war. Großbrandereignisse blieben 2020 innerorts aus. Im Juni war die Feuerwehr zu einem Garagenbrand in den Josef-Off-Weg gerufen worden, welcher vermutlich durch einen Elektroroller ausgelöst wurde. „Ich schätze, dass die Lithium-Ionen-Akkus der E-Fahrzeuge die Brandursache der Zukunft darstellen“, so Bischel in seinem Bericht. Und auch bei den Alarmierungen wegen angebranntem Essens ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen; von den 14 hier aufgelaufenen Alarmen wurden vier durch Rauchwarnmelder und neun durch eine Brandmeldeanlage ausgelöst, sieben davon im betreuten Wohnen des Bürgerheims.

Kuriose Einsatz auf der Damentoilette

Stark zugenommen hat auch die Zahl der technischen Hilfeleistungen, wobei hier wiederum meist medizinisch begründete „dringende Wohnungs- und Türöffnungen“ die Spitzenposition einnehmen. Kurios dagegen der Fall im Dezember, als drei junge Frauen aus einem öffentlichen WC an der Cavaliergasse befreit werden mussten, weil Unbekannte den inneren Türdrücker entfernt hatten. Dreimal mussten Personen mit hydraulischem Rettungsgerät aus verunfallten Fahrzeugen befreit werden. Die Zahl der gesamt geleisteten Dienststunden ist erwartungsgemäß stark zurückgegangen. „Im vergangenen Jahr hat trotzdem jeder Feuerwehrangehörige durch seinen ehrenamtlichen Dienst von durchschnittlich 67 Stunden wieder circa 2 700 Euro an Steuergeldern erspart, was einer Gesamtsumme von circa 260 000 Euro oder vier Vollzeitkräften entspricht“, betonte Kommandant Konrad Bischel.

Über 200 Mal ist die Feuerwehr Weilheim im vergangenen Jahr ausgerückt.

Er dankte dem Stadtrat mit Bürgermeister Loth und dem Feuerwehrreferenten Franz Andrä, für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel zur Erhaltung und Verbesserung der Einsatzbereitschaft – ebenso der Stadtverwaltung, allen voran Andreas Wunder vom Ordnungsamt, sowie Walter Weber vom Landratsamt für die stets gewährte Unterstützung und Hilfe. Ein weiterer Dank ging an Polizei, BRK, THW, die Integrierte Leitstelle Oberland, die Ortsfeuerwehren und die Kreisbrandinspektion für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit, sowie an seinen Stellvertreter Stefan Herbst, die Zug- und Gruppenführer, Ausbilder, Geräte- und Jugendwarte für die übernommene zusätzliche Verantwortung. „Und nicht zuletzt bedanke ich mich bei allen Feuerwehrkameraden für ihre stete Einsatzbereitschaft und die vielen im vergangenen Jahr geleisteten Dienststunden“, schloss Bischel mit seinem Bericht.

Nach den obligatorischen Ernennungen wurden auch zu Ehrende erwähnt, darunter Thomas Prochaska, der auf 40 Jahre aktiven Dienst zurückblicken kann. Die eigentliche Ehrung will man – wenn dann möglich – bei der für Juli geplanten Kommandantenwahl vornehmen. Nach einem Grußwort von Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta hielt Markus Deutschenbauer noch Rückblick auf die Ausbildung zu Truppmann/-frau, Truppführer, Atemschutzträger und Maschinist im Bezirk Nord, der er bislang vorstand. Künftig wird die Maschinistenausbildung nicht mehr in Weilheim, sondern in Wielenbach stattfinden.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neues Corona-Schnelltestzentrum in Oderding
Neues Corona-Schnelltestzentrum in Oderding
Tödlicher Unfall in Bernried auf regennasser Fahrbahn
Tödlicher Unfall in Bernried auf regennasser Fahrbahn
Coro.Care-Drive-In öffnet – Corona-Schnelltests durch die Autofensterscheibe
Coro.Care-Drive-In öffnet – Corona-Schnelltests durch die Autofensterscheibe
Gebühren für Städtische Kitas in Weilheim werden erstattet
Gebühren für Städtische Kitas in Weilheim werden erstattet

Kommentare