Rund 300 Teilnehmer demonstrieren bei Friedensfest in Peißenberg

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Maria Bauer sprach sich gegen eine Übermedikation bei an Covid19 Erkrankten aus.

Peißenberg – Parallel zur Großveranstaltung in Berlin fand am vergangenen Samstag auf dem Volksfestplatz ebenfalls eine als „überparteiliche Privatveranstaltung“ bezeichnete Demonstration unter dem Titel „Friedensfest – für Freiheit, Selbstbestimmung und Grundrechte“ statt.

Dazu aufgerufen hatten Gruppen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen, die den Covid19-Schutzmaßnahmen der staatlichen Stellen kritisch gegenüberstehen. Mit ihrer Veranstaltung sollten der „menschenwürdige Umgang des Staates gegenüber den Bürgern in Pandemie-Zeiten“ und die „Unverhältnismäßigkeit der getroffenen Hygienemaßnahmen“ verdeutlicht werden.

Gegen 14 Uhr war der Moosleiten-Parkplatz überfüllt. Dass es auch Andersdenkende gab war auf dem Weg zum Volksfestplatz zu lesen. Neben dem Hinweis „Wir demonstrieren für eure Meinungsfreiheit“ stand in Rot: „Ab hier ‚Aluhut‘ aufsetzen“ geschrieben. Die Teilnehmer verteilten sich mit Strohhüten, Sonnenschirmen, Klappstühlen und Kissen am Waldrand im Schatten. Mund-Nasen-Bedeckungen wurden nicht getragen. Die Polizei hielt sich im Hintergrund.

13 RednerInnen aus verschiedenen Berufen, darunter eine Apothekerin und Ärzte, sprachen zu den circa 300 Versammelten. Unter dem Titel „Wieviel Medizin verträgt der Mensch?“ sprach sich eine Apothekerin gegen eine Übermedikation bei an Covid19 Erkrankten aus. Die Kommunikation des Robert-Koch-Instituts sollte keine Angst machen, hieß es; bei den Tests würde die ein- bis zweiprozentige Fehlerquote nicht berücksichtigt werden. Eine Rednerin erklärte, die Menschen ermutigen zu wollen, „mehr Vertrauen in ihren Körper zu setzen“ und auf Mund-Nasen-Bedeckungen zu verzichten. Die daraus entstehende soziale Isolation sei viel schädlicher, stellte sie fest.

Ein praktizierender Mediziner hielt Masken besonders bei Herz- und Lungenkranken für schädlich. Sie würden den Sauerstoffaustausch vermindern, könnten zu Herpes- und Augenerkrankungen führen. Seine Aussage: Kranke sollten behandelt und Gesunde in Frieden gelassen werden.

Ralf Schnabel aus Schongau wünschte sich eine Neuausrichtung der Politik nach dem Motto: „Raus aus der Angst, dann hast du volles Gehirnpotential.“

Musikalisch umrahmt wurde die Demo von Diane Bliss und Wolfgang Seitz. Zwischen den Redebeiträgen meldete sich Tanja von Ehrenstein vom Organisationsteam mit einer Nachricht aus Berlin. Hier würden 800 000 bis eine Mio. Personen an den Demonstrationen teilnehmen. Nach Polizeischätzungen waren es jedoch etwa 20 000 Menschen.

Die Veranstaltung wurde wegen Nichteinhaltung der Maskenpflicht und fehlender Abstände aufgelöst. Gegen die dortigen Veranstalter wurde Anzeige erstattet.

Von Georg Müller

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