Folgen des Lockdowns

Friseure bekommen immer häufiger Anfragen zur Schwarzarbeit

Frau beim Friseur
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Kunden bitten ihre Friseure oftmals um nicht rechtmäßige Besuche zuhause.

Region – Friseure gehören zu einer der vielen Branchen, denen die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung schwer zu schaffen machen. Jörg Mengel, selbstständiger Friseur, Vorstandsmitglied der Friseurinnung, Handwerksmeister und Weilheimer Unternehmensberater, berichtet nun davon, dass immer mehr Kunden versuchen, Friseure schwarz zu engagieren.

„Wie geht’s Dir mit Corona?“ Unter diesem Motto führt Landtagsabgeordnete und Generalsekretärin der Freien Wähler Bayern, Susann Enders, mit BürgerInnen Gespräche. Selbstverständlich unter strengen Hygienemaßnahmen, wie sie selbst erklärt. „Wir können nicht nur Maßnahmen gegen Corona erlassen, ohne den Menschen die Möglichkeit zu geben, uns zu berichten wie es ihnen damit geht. Das wäre Politik von oben herab, aus dem Elfenbeinturm heraus. Das ist nicht meine Arbeitsweise.“

Im Rahmen dieser Gespräche hat sich Enders nun mit Mengel getroffen, wie die Politikerin in einem Schreiben berichtet. Mengel habe dabei ganz offen seine täglichen Probleme, die Probleme der Friseurbranche angesprochen. Die wiederholten Lockdowns unterschiedlichen Ausmaßes seien für ihn nicht mehr akzeptabel. Die Bundespolitik bringe so eine komplette Handwerkszunft in Schieflage.

Mit zunehmender Länge des Lockdowns würden die privaten Anfragen bei Mengel und seinen KollegInnen zunehmen, „einfach schnell nachhause zu einem Haarschnitt zu kommen“, schreibt Enders weiter. Doch das lehne Mengel grundsätzlich ab. „Die aktuelle gesetzliche Regelung bringt die Menschen dazu, ihre Friseure um Schwarzarbeit zu fragen. Dabei ist in den Badezimmern, wo kein funktionierendes Hygienekonzept umgesetzt wird, die Infektionsgefahr enorm.“

Die Landtagsabgeordnete stimmt dem zu. Sie wisse wie wichtig es ist, im Pandemiegeschehen die Kontakte zu reduzieren. Corona sei eine ernste Bedrohung, betont sie. Falsche Entscheidungen würden dabei Menschenleben aufs Spiel setzen. Als Gesundheitspolitikerin fehle ihr in diesem Fall aber der Nutzen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Die Maßnahme, Friseursalons zu schließen, stehe in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen. „Ein Gesetz ist doch nicht dafür da, dass man die besten Schleichwege sucht, um es zu umgehen. Mir wäre ein Haarschnitt unter den Voraussetzungen eines anständigen Hygienekonzeptes mit FFP2-Maskenpflicht im Salon deutlich lieber, als der Gedanke, dass bayernweit FriseurInnen täglich in zehn verschiedenen privaten Haushalten heimlich unterwegs sind. Außerdem kommt dadurch eine ganze Branche unter Generalverdacht von der der bayerische Ministerpräsident in einer Regierungserklärung noch behauptet hat, dass Friseure ebenfalls systemrelevant sind und dass man sie keinesfalls mehr schließen würde.“

Im Bayerischen Kabinett will Enders mit ihren Parteikollegen auf das Problem aufmerksam machen und sie hofft, dort auf „offene Ohren“ zu stoßen.

Von Kreisbote

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