Stadtwerke Weilheim bauen kommunales Frühwarnsystem Hochwasser auf – Online einsehbar

Für den Ernstfall gewappnet

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Von den Stadtwerken haben das Frühwarnsystem federführend realisiert v. li.: Sebastian Soyer, Stellvertretender Leiter Betriebshof; Johann Thalmayr, Leiter Elektriker-Team und André Behre, Assistent der Geschäftsführung.

Weilheim – Das Wetter wird immer extremer. Schnee bis in den Mai, heiße Tage im Frühjahr und immer mehr Starkregen, der zu Hochwasser führen kann.

Besonders letzteres ist kritisch für Gemeinden und Städte wie Weilheim, durch die Flüsse und Bäche fließen. „Sicherheit und vorausschauender Schutz der Bevölkerung sind uns wichtig“, betont Peter Müller, Vorstand der Stadtwerke Weilheim. Daher investieren die Werke Zeit und Geld um gut gerüstet zu sein. Es gibt einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, berichten die Stadtwerke, für den Hochwasserschutz haben sie soeben ein Konzept entwickelt und installiert. Dazu hat das Stadtwerke Elektriker-Team zunächst sechs Pegelmessstellen eingerichtet. Diese überwachen die Wasserstände elektronisch automatisch und sind mit der Leitwarte verbunden. Die Standorte sind an Angerbach, Feuerwehrhaus Marnbach und Teilungsbauwerk Am Ölschlag, an Simmetsbach Angermaierstraße, Stadtbach Stadtmühle, am Waitzackerbach Hochwasser-Rückhaltebecken und an der Frühlingstraße.

„Mit diesen Pegeln decken wir die neuralgischen Punkte von Angerbach, Simmetsbach, Stadtbach und Waitzackerbach ab. Denn diese kennen wir besonders aus den vielen Starkregen- und Hochwasserereignissen“, sagt Karl Neuner, Bereichsleiter Betriebshof. An manchen hochwassergefährdeten Stellen wurden schon früher einfache Pegellatten angebracht, um besser abschätzen zu können, wie sich der Wasserstand entwickelt. Die neuen Pegel sind elektronisch überwacht. „Sie melden uns nun rund um die Uhr, wie sich die Wasserstände verändern. Dafür hängt im Wasser eine spezielle Sonde, die den Wasserstand misst: ein sogenannter Druckaufnehmer. Dieser ist mit einer elektronischen Auswerteeinheit verbunden, die die aktuellen Daten an unser Leitsystem meldet“, berichteteNeuner. Das alarmiert im Bedarfsfall den Betriebshof-Bereitschaftsdienst, damit die nötigen Schritte einleiten werden können.

„Unser kommunales Frühwarnsystem basiert auf jahrelangen Erfahrungen unserer Mitarbeiter und der Notwendigkeit, frühzeitig gewarnt zu werden, damit wir bei Hochwasser rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können“ betont der Bereichsleiter. Das Frühwarnsystem basiert auf Eigeninitiative. Es gibt kein „Muss“ und keine gesetzlichen Vorschriften. „Wir halten es nach den Erfahrungen der letzten Jahre allerdings für sehr hilfreich. Und wenn die Daten schon da sind, warum nicht gleich aus einem Frühwarnsystem einen Hochwasser-Nachrichtendienst für Weilheim und seine Bürger machen?“ so Stadtwerke Chef Müller.

Pegelstände online

In Weilheim können sich die Bürger nun über die aktuellen Pegelstände beziehungsweise über eventuelle Gefahrenlagen selbst informieren. Die Stadtwerke Weilheim zeigen die sechs Pegelstände auf einer eigenen Seite auf ihrer Homepage an. Vier Pegelmessstellen sind schon online. Bei den Pegelständen für „Ölschlag“ und „Waitzackerbach Frühlingsstraße“ wird auf die Anschlüsse vom Noch-Netzbetreiber Bayernwerk gewartet. Interessierte können auf der Internetseite www.stawm.de links im Reiter „Aktuelle Pegelstände“ die „aktuellen Pegelstände“ anklicken. Schon werden diese angezeigt. Der Wasserstand wird in Zentimeter angegeben und mit einem Ampelsystem kategorisiert. „Grün“ heißt alles in Ordnung, „Gelb“ steht für Achtung und „Rot“ bedeutet Hochwasser. Die Wasserstandsdaten werden automatisch alle 15 Minuten aktualisiert. „Wenn die zwei noch fehlenden Messungen integriert sind, wird bei allen Standorten noch eine Grafik zum Verlauf des Wasserstandes in den letzten sieben Tagen eingebaut“, informiert André Behre, Assistent der Geschäftsführung.

„Einige Kommunen haben schon oder bauen noch Messungen für Gewässer dritter Ordnung auf. Unseres Wissens nach gibt es aber nur ganz wenige Kommunen, die ein solches System öffentlich zugänglich machen. Und es gibt wohl kaum eine, die eine Darstellung bietet, wie wir sie haben“, stellt Weilheims Stadtwerke-Chef Müller stolz fest.

Von Kreisbote

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