Am Samstag findet in München der fünfte oberbayerische Asylgipfel statt – Austausch über brisante Themen

"Hören, wie‘s woanders geht"

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In großen Asylunterkünften leben viele Flüchtlinge auf engstem Raum. Laut Jost Herrmann gebe es dort auch größeres Gewaltpotenzial.

Weilheim – „Wir haben die Lage im Griff. Von einigen unschönen Szenen in den großen Asylunterkünften abgesehen gibt es keinen Grund zur Panikmache,“ skizzierte Jost Herrmann die aktuelle Flüchtlingssituation im Landkreis. Der Asylkoordinator für die 28 Helferkreise in den Gemeinden ist Mitinitiator des fünften Asylgipfels, der am Samstag in München stattfinden wird.

Die Resonanz wächst mit jeder Veranstaltung: Der nahe des Münchner Stachus zentral gelegene und für das Treffen angemietete „Mathildensaal“ ist mit 180 Personen bereits restlos ausgebucht, über 20 Interessenten stehen noch auf der Warteliste, berichtete Herrmann. Aus verschiedenen Regionen Oberbayerns werden die Koordinatoren der Helfer- und Unterstützerkreise zum fünften Asylgipfel erwartet, um sich diesmal von Referenten über Themen wie Ablehnung, Kirchenasyl und interkulturelle Kommunikation fundiert aufklären zu lassen.

Die Arbeit aufeinander abzustimmen, die Ehrenamtlichen in den Helferkreisen zu stärken und zu motivieren erklärte Herrmann auf Nachfrage des Kreisboten als wichtiges Ziel. Bei dem Gipfel, den er mit Lisa Hogger (Peißenberg) und Bernhard Rieger (Germering) organisiert hat, könnten Erfahrungen ausgetauscht und die Helferkreise miteinander vernetzt werden. Und „wir hören, wie‘s woanders geht“, ergänzte Herrmann.

Als „Hauptkritikpunkte“ nannte der Weilheimer Asyl-Koordinator neben den Hürden zur Erlangung einer Arbeitserlaubnis die hohen Unterkunftsgebühren, die arbeitende Flüchtlinge rückwirkend für ihr Zimmer bezahlen müssen. Dass von der Regierung oder dem Landkreis angemietete dezentrale Unterkünfte vertraglich nicht mehr verlängert werden, hält Herrmann ebenfalls für „verkehrt“: In großen Unterkünften sei die Gewalt vorprogrammiert, während es in dezentralen Wohnungen weit weniger Probleme gebe, argumentierte Herrmann.

Die Treffen sollen auch deutliche Signale an die Politik aussenden. So wurde beim Asylgipfel in Tutzing im Januar 2017 eine Resolution verabschiedet, die sich gegen die bayerische Regelung richtete, die Arbeitserlaubnis von Flüchtlingen nicht mehr zu verlängern und Menschen nach Afghanistan abzuschieben.

Die Vernetzungsplattform trifft auf eine hohe Akzeptanz: Im November 2017 fand in Straubing der erste ostbayerische Asylgipfel statt und ein weiterer ist in Franken in Planung.

Von Maria Hofstetter

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