Fürstin Sayn-Wittgenstein stellt in Pollinger Showroom Renwagenfotos der 1950er Jahre aus

Muttertag im Oldtimer-Mekka

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Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn Hand in Hand mit Hans Kleissl, dem Inhaber von HK-Engineering in Polling. Daneben ihr Sohn Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und Galerist Hubertus Reygers (re.). Vorne sitzend Andreas Botas, der durch die Talkshow führte.

Polling – Was macht eine fünffache Mutter, 20-fache Großmutter, 23-fache Urgroßmutter und zweifache Ur-Urgroßmutter am Muttertag? Anstatt sich feiern zu lassen besucht sie ihren Freund Hans Kleissl im Klostergut Polling, dem Sitz des Oldtimer-Restaurationsbetriebes HK-Engineering.

Die 98-jährige Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn eröffnete hier persönlich eine Ausstellung ihrer legendären Rennwagenfotos, stellte ihr Buch „Stars & Sportcars“ vor und erzählte in einer Talkshow aus ihrem aufregenden Leben. Der Termin mit Kunden und Freunden des Hauses HK-Engineering war eine Gemeinschaftsproduktion mit der Galerie Hubertus Reygers und dem Immobilienunternehmer Andreas Botas. Reygers stellte die großformatigen Fotos der Fürstin zur Verfügung und Botas entlockte ihr als Interviewer köstliche Anekdoten.

Fürstin Sayn-Wittgenstein stellt in Pollinger Showroom aus

Im Showroom von Hans Kleissl wurden seine liebevoll und originalgetreu restaurierten Oldtimer bewundert, im Mittelpunkt ein Mercedes 300 SL Coupé von 1955 für schlappe 1 550 000 Euro. HK-Engineering ist weltweit das einzige Unternehmen, das seit über 25 Jahren als Schwerpunkt die raren Mercedes-Benz 300 SL restauriert. Liebhaber und Sammler aus der ganzen Welt gehören zu den Kunden.

Auch Fürstin „Manni“ gehört zu den Fans dieser exklusiven Oldtimer. Schließlich hat sie in ihrem Fotografenleben als „Mamarazza“ (so genannt von Prinzessin Carolin) Tausende von Fotos von den berühmtesten Rennfahrern und ihren Autos aus den 50er, 60er und 70er Jahren gemacht. Mit den Stars von Graham Hill über Jochen Rindt bis zu Niki Lauda war oder ist sie befreundet. Sie war auf den großen Rennstrecken der Welt zuhause: Vom Nürburgring bis Spa, von Monza bis zur Mille Miglia.

Ihre in Polling ausgestellten Fotos und der Bildband sind Zeugnis und Zeitdokument einer Rennepoche, wo Kühnheit und Fahrkunst noch wichtiger waren als die ausgeklügelte Technik von heute. Die Fürstin versäumt kein Formel-1-Rennen am Bildschirm und outete sich als Fan von Sebastian Vettel.

Über ihre Fotokünste gibt es ein Bonmot von Gunter Sachs. Er hat gesagt, dass „Manni“ keine Ahnung vom Fotografieren habe, dafür aber das Talent, im richtigen Moment abzudrücken. Das bewies sie auch eindrucksvoll mit ihren weltweit veröffentlichten Fotos von Prinz Charles, Curd Jürgens, Maria Callas, Carolin von Monaco, Gianni Agnelli, Luciano Pavarotti oder Arnold Schwarzenegger. Mit all diesen VIPs war und ist sie privat befreundet. Weil sie nie indiskrete oder herabwürdigende Fotos veröffentlicht habe, wie sie betonte: „Ich habe meine Freunde stets als Freundin fotografiert.“ Legendär sind noch heute ihre „ländlichen Mittagessen“ während den Salzburger Festspielen im Landhaus in Fuschl. Niki Lauda lebt ganz in der Nähe. Während der Genesungszeit nach seinem Rennunfall am Nürburgring habe sie ihm regelmäßig Kuchen gebacken und vorbeigebracht.

Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, der seine Mutter nach Polling begleitete, erzählte von ihrer Akribie, all ihre Fotos exakt zu dokumentieren und zu archivieren. Nur so könne man aus diesem Schatz von rund 300 000 Aufnahmen immer wieder Ausstellungen und neue Bildbände zusammenstellen.

Der Fürstin gefiel es im Pollinger „Mekka für den MB 300 SL“ übrigens so gut, dass sie Hans Kleissl vor dem Publikum ein Versprechen gab: „Am 9. Dezember 2019 komme ich wieder und feiere hier meinen 100. Geburtstag!“ Kleissl versicherte ihr im Gegenzug, für diesen Tag den Original 300 SL des von ihr so verehrten Rennfahrers Paul Alfons von Metternich-Winneburg (1917 bis 1992) zu besorgen, mit dem er an der Rallye Monte Carlo und am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilgenommen hat. Bleibt zu hoffen, dass die Fürstin weiterhin so rege Anteil am Leben nimmt und sich körperlich und geistig fit hält für den großen Tag.

Von Dieter Roettig

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