Partner Garmisch-Partenkirchen ist abgesprungen – Zweier-Fusion von Weilheim und Schongau derzeit kein Thema

Fusionspläne der Sparkassen sind geplatzt

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Weilheim sollte Hauptsitz der zukünftigen „Sparkasse Oberland“ werden.

Weilheim/Schongau/GAP – Nichts wird es aus der starken „Sparkasse Oberland“: Der Verwaltungsrat der Kreissparkasse GAP hat sich nach massiven Protesten aus Belegschaft und Politik gegen die für 1. April 2016 geplante Fusion ausgesprochen.

Die Zustimmung der Verwaltungsräte aller drei Sparkassen in Weilheim, Schongau und GAP wäre aber laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Geldinstitute eine „unbedingte rechtliche Voraussetzung für eine abschließende Entscheidung der Kreistage (für die Sparkassen Schongau und GAP) beziehungsweise des Zweckverbandes (für die Weilheimer Sparkasse)“ gewesen. Damit sei „zum jetzigen Zeitpunkt der aussichtsreiche Versuch der Vereinigung der drei Nachbarsparkassen ... beendet“.

„Die Garmischer haben eine Chance vertan. Es wäre eine Fusion aus der Stärke heraus und die Entscheidung langfristig sinnvoll gewesen“, kommentierte Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) das gescheiterte Vorhaben. „Weilheim und Garmissch“, so Loth, „haben viele gemeinsame Schnittmengen.“ „Vielleicht wurde intern zu wenig abgestimmt und zu viel Zeitdruck aufgebaut“, mutmaßte Loth, der im Verwaltungsrat der Weilheimer Sparkasse den Vorsitz hat. Da der Fusionsprozess enorm viel Arbeit bedeute, bringt es laut Loth nichts, ihn „ständig am Köcheln zu halten“. In der Zukunft – „bis dahin werden einige Jahre ins Land gehen“ – schließt Loth einen Zusammenschluss mit GAP nicht aus. Eine Zweier-Fusion mit Schongau sei aktuell ebenso wenig im Gespräch wie Verhandlungen mit anderen Geldinstituten, sagte er dem Kreisboten und dass es für die Kunden keinen Grund zur Beunruhigung gebe.

„Ich habe damit gerechnet nach dem Echo, das zuletzt aus Garmisch zu hören war und bin darüber weder glücklich noch enttäuscht. Wichtig ist, dass eine Entscheidung da ist“, gab sich Andrea Jochner-Weiß wenig überrascht. In ihrer Funktion als Verwaltungsratsvorsitzende der Schongau- er Sparkasse erklärte sie: „Wir werden uns im Frühjahr überlegen müssen, wie es für die Sparkasse Schongau weitergeht.“ Eine Zweier-Fusion mit Weilheim sei bisher kein Thema gewesen, ausschließen wolle sie diese Möglichkeit aber nicht. „Nichts tun geht nicht mehr“, sieht die Landrätin Handlungsbedarf.

Der Garmischer Landrat Anton Speer (FW) hatte sich im September 2014 an Loth gewandt und die Fusionspläne wieder ins Rollen gebracht. Nach Sondierungsgesprächen informierten am 16. Oktober 2015 die Verwaltungsrats- und Vorstandsvorsitzenden der drei Sparkassen in Weilheim erstmals über ihre Fusionspläne. In einer gemeinsamen Sitzung aller drei Verwaltungsräte am 16. November hatte noch „grundsätzliches Einvernehmen“ über eine Fusion bestanden.

Von Maria Hofstetter und Christoph Peters

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