Ausstellung bis 12. November in Schloßmuseum Murnau und Oberammergauer Museum

Gabriele Münter und die Volkskunst

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Bei der Ausstellungseröffnung kam im Schloßhof auch die Jugendgruppe des Trachtenvereins Murnau zum Einsatz.

Murnau – Am 19. Februar 2017 jährte sich der 140. Geburtstag von Gabriele Münter (1877–1962). Dies ist Anlass für das Schloßmuseum Murnau und das Oberammergauer Museum, Münters Werk und seine Bezüge zur Volkskunst in einer gemeinsamen Ausstellung aufzuzeigen.

Angeregt durch ihren damaligen Lebensgefährten Wassily Kandinsky (1866–1944), der bereits 1889 als Jurist und Nationalökonom auf einer Forschungsreise im russischen Gouvernement Wologda mit der Volkskultur nachhaltig in Berührung gekommen war, entwickelte auch Gabriele Münter eine Begeisterung für die Erzeugnisse der Volkskunst. Sie begann Hinterglasbilder, Votivbilder, Heiligen- und Spielzeugfiguren zu sammeln, die sie auf gemeinsamen Reisen, während ihrer Aufenthalte in Murnau und Umgebung, aber auch in München auf der Auer Dult oder bei spezialisierten Händlern fand. Bei Heinrich Rambold, einem in Murnau ansässigen Hinterglasmaler, erlernte sie die Maltechnik und verfeinerte ihre Fertigkeit, indem sie zunächst dessen Vorlagen kopierte. Die über 1 000 Stücke umfassende Sammlung von Hinterglasbildern des Murnauer Braumeisters Johann Krötz, der seit Ende der 1880er Jahre Bilder aus dem Staffelseegebiet und aus Oberammergau zusammengetragen hatte (seit 1955 im Oberammergau Museum), ermöglichte ihr – wie auch Kandinsky, Franz Marc und Alexej von Jawlensky – einen tieferen Einblick in Themen, Motive und regionale Charakteristika der Hinterglasmalerei.

Die Authentizität der beiden Orte Murnau und Oberammergau prägt die gemeinsame Ausstellung, die zum ersten Mal den bislang unbeachteten Zusammenhang der allgemeinen Entdeckung der Volkskunst um 1900 und der spezifischen Begeisterung Gabriele Münters für diese herstellt.

Münter hat in Murnau gemalt und gelebt und ihr Werk ist seit über zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Schloßmuseums, ebenso wie die Volkskunst des Staffelseeraums. Das 1910 eröffnete Oberammergauer Museum präsentiert die denkmalgeschützten Räume mit der volkskundlichen Sammlung bewusst in den zeittypischen Arrangements, wie sie Gabriele Münter durchaus selbst dort gesehen haben kann.

Vor Kurzem war die Vernissage der Ausstellung im Schloßmuseum. Bis zum 12. November haben Interessierte die Gelegenheit,die Ausstellungen in Murnau und Oberammergau zu besichtigen.

Von Kreisbote

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