Gans, Enten und ein Hund

Wegen der Haltung von Haustieren sind die Eigentümer eines Einfamilienhauses in Penzing und der Mieter des Nachbaranwesens in Streit geraten. Der Fall beschäftigte nun sogar das Amtsgericht Landsberg.

Der Nachbar hatte auf seinem Grundstück eine Gans, Enten und einen Hund gehalten. Das klagende Ehepaar störte sich daran, dass die Tiere des Beklagten einen entlang ihres Hauses verlaufenden Grundstücksstreifen betreten und verschmutzen würden. Zudem fühlten sie sich durch den Hund bedroht, der – wie auf einem vorgelegten Lichtbild dokumentiert – auf seine Vorderpfoten gestützt in ihr Haus hineinschnuppere und jederzeit mühelos durch ein geöffnetes Fenster in die Wohnung springen könne. Der Beklagte wies vor Gericht als erstes darauf hin, dass er die Gans seit November vergangenen Jahres gar nicht mehr halten würde. Die Vorwürfe seiner Nachbarn konnte er nicht nachvollziehen. Die Tiere hätten gar kein Interesse, das fremde Grundstück zu betreten. Falls doch würden sie diesem keinen Schaden zufügen, erklärte er. Außerdem berief sich der Beklagte darauf, dass seine Tiere im ländlich geprägten Raum als ortsüblich hinzunehmen seien. Den Klägern warf er vor, seinen Hund mit einem „Leckerli“ extra angelockt zu haben, um das Lichtbild aufnehmen und vorlegen zu können. Überhaupt sah er seine Nachbarn in der Pflicht. Diese könnten schließlich selbst auf ihrem Grundstück einen Zaun aufstellen, wenn sie sich belästigt oder gestört fühlten, so der Beklagte. Die bloße Möglichkeit, dass sein Hund durch das geöffnete Fenster in die Wohnung der Kläger springe, begründe in seinen Augen allein keinen Unterlassungsanspruch. Das Gericht jedoch folgte seiner Argumentation nicht. Es verurteilte den Tierhalter dazu, geeignete Vorkehrungen zu treffen, um die Grenzverletzungen durch die Tiere in Zukunft zu unterbinden. Die Kläger seinen nicht verpflichtet, die Verletzung ihres Grundstückeigentums und die Belästigungen oder sogar Gefährdungen durch den Hund hinzunehmen, begründete Richter Dr. Matthias Neumann. Mit dem Fall einer wesensbedingt streunenden Nachbarkatze, bei der tatsächlich eine Duldungspflicht des Nachbarn in Betracht komme, sei der Fall nicht vergleichbar. Ob der Beklagte nun einen Zaun aufstellt, oder die Tiere entfernt, bleibe ihm überlassen. Ob das Verhältnis der Parteien damit befriedet ist, scheint fraglich. Die zerstrittenen Nachbarn waren bereits in der Vergangenheit wegen anderer Dinge vor Gericht gezogen und hatten wegen der Ableitung von Regenwasser und des Betretens des Nachbargrundstücks für Reparaturarbeiten am eigenen Haus gegeneinander geklagt.

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