Wie die Natur vereint

Garten der Begegnung: Vereinte Nationen zeichnen Artenvielfalt- und Integrationsprojekt aus

Menschen im Garten
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Für das Artenvielfalt- und Integrationsprojekt im Garten der Begegnung gab es von den Vereinten Nationen eine Auszeichnung. Bei dem kleinen Fest waren dabei (v.li.): erste Vorsitzende des Vereins der evangelischen Gemeindediakonie Sabine Nagel, ihre Stellvertreterin Irmhild Isserstedt, Tafel-Leiterin Eva-Maria Muche, stellvertretender Landrat Wolfgang Taffertshofer, Gärtner Sabri Mamou, stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Flock und Kreisfachberaterin für Gartenkultur Elisabeth Doll.

Weilheim – Ein kleines Idyll mitten in der Stadt. Der Garten der Begegnung an der Pistelgasse bietet eine große biologische Vielfalt an. Gleichzeitig steht er für gelungene Integration. Das Projekt ist so erfolgreich, dass es dafür jetzt sogar von den Vereinten Nationen eine Auszeichnung gab.

„Es ist schön zu sehen, wie aus einer sozialen Gesinnung eine Idee wurde und diese dann in einem sozialen Projekt umgesetzt wurde“, sagte Wolfgang Taffertshofer, stellvertretender Landrat, in seiner Rede. Etliche Gäste kamen bei Sonnenschein im Garten der Begegnung zusammen. Es sollte nicht nur das Erntefest gefeiert werden. Taffertshofer hatte als „UN-Sonderbotschafter“, wie er sich selbst augenzwinkernd bezeichnete, eine ganz besondere Auszeichnung im Gepäck.

Die Vereinten Nationen (UN) haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Das Ziel: Ein breit verankertes Bewusstsein für den Wert der Natur in der Gesellschaft schaffen. In Deutschland sollte der Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ den Blick auf die Chancen lenken, die die Natur für den sozialen Zusammenhalt bietet.

Wie so ein Projekt aussehen kann zeigt der Garten der Begegnung der Weilheimer Tafel. Hier bauen syrische Familien Obst, Gemüse und Kräuter an. Mangold, Zucchini, Pfefferminze, Petersilie. „Sie bauen hier an, was sie von zuhause kennen“, erklärte Eva-Maria Muche vom Weilheimer Tafel-Team. Ein Bienenvolk, das in dem Garten natürlich reichlich Nahrung findet, sorgt zudem für jede Menge Honig. Den Überschuss der Lebensmittel geben die syrischen Gärtner an die Tafel weiter. Durch den Eigenanbau solle das Angebot der Tafel erweitert werden, so Muche, und auch die Idee der Nahversorgung solle so an die Tafelkunden vermittelt werden. „Gleichzeitig sollen die Flüchtlinge durch ihren Arbeitseinsatz für die Tafel mehr Anerkennung bei der Weilheimer Bevölkerung bekommen.“ Die Anerkennung durch die UN ist ihnen schon sicher. Eine Urkunde und einen kleinen Baum aus Holz gab es als Preis.

Dass dieses Projekt der Artenvielfalt und Integration überhaupt möglich ist, ist auch Familie Kleinhans zu verdanken, die den Grund zur Verfügung stellt. Familie Meer steht den syrischen Gärtnern zudem immer mit Rat und Tat zur Seite.

Von Stephanie Novy

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