Gasoline-Oldtimertreffen mit "überwältigendem Zuspruch" – Tiefstollen als ideale Kulisse

"Ein wunderbares Gute-Laune-Fest"

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„Catwalk“ für die Oldtimer-Karossen. „Sehen und gesehen werden“ lautete das Motto beim „6th Vintage Motor & Music Festival“ am Peißenberger Tiefstollen.

Peißenberg – „Das ist sensationell, was die Gasoline-Gang da auf die Beine stellt. Es ist ein wunderbares Gute-Laune-Fest.“ Alexander Dobrindt kam beim „6th Vintage Motor & Music Festival“ aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Der Bundesverkehrsminister schlenderte am vergangenen Samstag wie selbstverständlich in zivil und ohne Personenschützer übers Tiefstollengelände – hindurch zwischen bunt gemischtem Publikum aus Bikern, Musikfans, Oldtimerliebhabern, Familien, Senioren und Jugendlichen.

Das Festival zog dieses Jahr so viele Besucher an wie noch nie. Genaue Zahlen gibt es von Seiten der Gasoline-Gang nicht – und das aus gutem Grund: Man will dem Anwohner, der auf juristischem Weg gegen das Oldtimertreffen zu Felde führt (wir berichteten), nicht noch weitere Angriffspunkte liefern. Franco Colle sprach in der Rückschau aber von einem „überwältigendem Zuspruch“ und von einem „extrem gelungenen und relaxten Fest“: „Es hat keinerlei Stress gegeben. Auch bei der Polizei ist keine einzige Beschwerde eingegangen“, betonte der Frontmann der Gasoline-Gang. Die perfekte Kombination aus Musik und Autos, dazu die historische Kulisse am Tiefstollen, das zieht die Leute an – und zwar generationsübergreifend. „Von Kindern bis Urgroßvätern war alles dabei. Und es kamen heuer viele neue Besucher“, so Colle. Das Oldtimertreffen ist längst überregional bekannt. Die Besucher kommen zum Teil bis aus der Schweiz, Südtirol und Baden-Württemberg nach Peißenberg gefahren. Ob das Festival nicht irgendwann einmal zu groß wird? „Was will man da machen?“, antwortet Colle mit einer Gegenfrage. Eintritt möchte die Gasoline-Gang von den Besuchern nicht verlangen, schon gar nicht von den Bikern und Oldtimerfahrern, die ihre Prunkstücke zur Schau stellen. Um den Andrang auf das Gelände zu regulieren, müsste man den Tiefstollen einzäunen und einen Security-Dienst engagieren. Genau das würde aber der konzeptionellen Idee eines lockeren, ungezwungenen Festes zuwiderlaufen: „Das Ganze hätte dann nicht mehr den Charme“, erklärt Colle: „Bei einem Security-Dienst weiß ich nicht, wie der mit den Leuten umgeht – bei meinem Team weiß ich das schon.“ Die rund 20 Gasoline-Gang-Mitglieder stemmen das Festival nach wie vor komplett in Eigenregie. „Die machen wirklich einen Hammer-Job“, lobt Colle seine Truppe.

Im Dezember sollen bereits wieder die Planungen für das Oldtimertreffen 2018 beginnen. Ob es wirklich stattfindet, darüber entscheiden auch die von den Behörden erteilten Auflagen. Bislang lagen sie für die Gasoline-Gang im erfüllbaren Rahmen. Ob das so bleiben wird? „Ich denke schon“, ist Colle optimistisch.

von Bernhard Jepsen

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