Wiedereröffnung der Geburtshilfe verzögert sich – Chefärztin verlässt Klinik – Hauptabteilung in Schongau geplant

Storch pausiert noch länger in Weilheim

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Hier werden weiterhin Kinder geboren: Stellvertretende Stationsleitung Katharina Flad und Facharzt Dr. Ignat Ignatov in der Schongauer Geburtshilfe.

Weilheim/Schongau – Seit Oktober kommen, Hausgeburten ausgenommen, keine gebürtigen Weilheimer mehr zur Welt. Das wird eine Zeitlang so bleiben, da die Geburtshilfe in Weilheim nicht zum 1. Januar 2018 wiedereröffnet wird.

„Durchwachsene Neuigkeiten“ verkündeten in Weilheim Krankenhaus-GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann, Landrätin Andrea Jochner Weiß und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Andreas Knez. „Wir können im Januar definitiv nicht an den Start gehen und die Geburtshilfe in Weilheim nicht weiter anbieten“, erklärte Lippmann. Die Sicherheit für Mutter und Kind sei ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen.

Zum 31. Dezember beenden die Krankenhaus GmbH und Chefärztin Dr. Solveig Groß „einvernehmlich die Zusammenarbeit“. Als Gründe wurden „unterschiedliche strategisch-medizinische Ausrichtungen“ genannt. Die Trennung von der Chefärztin war, wie es in dem Pressegespräch hieß, „eine Weilheimer Entscheidung“. Das in der Kreisstadt praktizierte Modell sei von den Frauen und niedergelassenen Gynäkologen „nicht gut akzeptiert“ worden, berichtete Prof. Knez. Versuche, gegenzusteuern, blieben ohne Erfolg. Von Januar bis Oktober wurden in der Weilheimer Klinik nur 190 Kinder geboren.

Ein Hebammenteam für Weilheim ist erst im Aufbau. „Wir haben ernsthaft beraten. Die Zeit war zu kurz“, bedauerte Jochner-Weiß, die alles daran setzen will, „dass in Weilheim wieder Babys sicher und gesund zur Welt kommen“ können. „Dafür kämpfen wir“, sagte die Landrätin mit Nachdruck. Den angestellten Ärzten aus der Weilheimer Gynäkologie/Geburtshilfe wird ein Wechsel nach Schongau angeboten, Gebärende aus dem Raum Weilheim werden an die Geburtshilfe in Schongau verwiesen. Notfälle wenden sich ab 31. Dezember an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, Tel. 116 117. Patientinnen der Belegärzte werden auch künftig in der Weilheimer Klinik behandelt.

Der Fokus liegt jetzt auf der Schongauer Klinik, wo Gynäkologie und Geburtshilfe „in ein ruhiges Fahrwasser gebracht“ und voraussichtlich 2018 zur Hauptabteilung aufgerüstet werden. 2017 haben dort 441 Frauen entbunden. Seit der Schließung in Weilheim verzeichnete Schongau deutliche Zuwächse.

Das Defizit in der Geburtshilfe wird mit der Schließung der Geburtshilfe/Gynäkologie in Weilheim eher ansteigen, wenn in Schongau eine Hauptabteilung etabliert wird. Für eine komplikationslose Geburt bekommt die Klinik pauschal 2500 Euro vergütet. „Diese Rechnung geht nicht auf“, verdeutlichte der GmbH-Geschäftsführer. 

Von Maria Hofstetter 

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