"Gefahren sind nicht absehbar" – Bürgerbegehren gegen Geothermie: Mehr als doppelt so viele Unterschriften wie nötig

Die Vertreter der BifO, Hermann Gerold (2. v. li.), Dr. Andreas Karrer (2. v. re.) und Gerhard Weber (re.), überreichten die Unterschriftenlisten an den Wielenbacher Bürgermeister Korbinian Steigenberger. Foto: Gsöll

Von

KATHARINA GSÖLL; Wielenbach – Dass es bezüglich des geplanten Geothermiekraftwerkes in Wielen- bach ein Bürgerbegehren geben wird, steht nun so gut wie fest. 579 Unterschriften waren es, die Vertreter der „Bürgerinitiative für das Oberland“ (BifO) in dieser Woche an Bürgermeister Korbinian Steigenberger übergaben. Etwa 250 wären mindestens nötig gewesen. „Ich bin dafür, dass in der Gemeinde Wielenbach kein Tiefengeothermie-Kraftwerk ent- steht, und die Gemeinde Wielenbach alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, um den Bau des Tiefengeothermie-Kraftwerkes zur Stromerzeugung auf Wielenbacher Flur zu verhindern.“ So soll die Fragestellung lauten. Die BifO beruft sich vor allem auf § 35 Absatz 1 des Baugesetzbuches, der besagt, „Tiefengeothermische Anlagen sind im Außenbereich wegen fehlender notwendiger Grundstücksbezogenheit nicht bauplanungsrechtlich privilegiert und damit nicht zulässig“. Für BifO-Mitglied Dr. Andreas Karrer ist es bemerkenswert, dass so viele Bürger innerhalb kürzester Zeit mit Fragen auf die BifO zugekommen seien: „Es herrscht eine große Unsicherheit. Wir wollen die Geothermie nicht grundsätzlich ablehnen, wir wollen, dass die Bürger genau aufgeklärt werden.“ Die Sorgen der Bürger sollen ernst genommen und vor einem „OK“ für das Kraftwerk die Risiken geklärt werden. Dies sei derzeit nicht der Fall. „Die Gefahren sind nicht absehbar“, sorgt sich auch Gerhard Weber, 2. Vorsitzender der BifO. Der Bauantrag der Erdwärme Oberland GmbH wird Thema bei der nächsten Bauausschusssitzung am Dienstag, 3. April, sein. Die Stellungnahme der Gemeinde muss bis 17. April beim Landratsamt eingegangen sein. Ob das Bürgerbegehren zulässig ist, muss innerhalb eines Monats von der Kommunalaufsicht geprüft werden. Heiko Wilhelm, Projektplaner von Erdwärme Oberland, ließ unserer Zeitung übermitteln: „Wir nehmen die Einwände zur Kenntnis, bleiben aber zuversichtlich, weil wir ganz klar sehen, dass ein Großteil der Bürger die Erdwärmenutzung als starken Beitrag zur Energiewende vor Ort anerkennt.“

Auch interessant

Meistgelesen

Oberstadtlerfest in Bildern
Oberstadtlerfest in Bildern
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"
Bauland wird immer teurer
Bauland wird immer teurer
Freie Fahrt
Freie Fahrt

Kommentare