Integrations-Experten-Runde Wohnen arbeitet an Strategien

Gegen Wohnungsnot im Landkreis

Johanna Greulich, Integrationslotsin beim Landratsamt Weilheim-Schongau
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Johanna Greulich (rechts), Integrationslotsin beim Landratsamt Weilheim-Schongau, referiert bei der Integrations-Experten-Runde Wohnen.

Landkreis – Die Integrations-Experten-Runde Wohnen im Landkreis Weilheim-Schongau will mit intensiver Zusammenarbeit neue Konzepte und kreative Strategien beim Thema Wohnungsnot entwickeln.

Bei ihrer Auftaktveranstaltung in der Stadthalle Weilheim wurden in dem „Thinktank“ bereits verschiedene Projekte und Ideen vorgestellt, die unkomplizierte Hilfe bei der Wohnungssuche leisten. Ziel ist die Erschließung von neuem und bestehendem Wohnraum für alle Landkreisbürger. Die Integrations-Expertenrunde Wohnen wurde gemeinsam vom Landkreis und den freien sozialen Trägern initiiert. Sie ist Teil des Integrationskonzepts, das nach Beteiligung der Öffentlichkeit am 23. Juli im Kreistag vorgestellt wird - Handlungsfelder wie Gesundheit, Ausbildung, Arbeit, Schule und Gesellschaft wurden dabei bereits abgedeckt. Die erste Präsenztagung der Experten-Runde Wohnen musste durch die Corona-Beschränkungen über ein Jahr verschoben werden.

„Das Thema Wohnungsnot beschäftigt nicht mehr nur die großen Städte, sondern ist längst bei uns angekommen“, sagte der stellvertretende Landrat Wolfgang Taffertshofer. „Niemand kann mehr sagen: Das geht mich nichts an.“ Es seien inzwischen nicht mehr nur Geflüchtete, Alleinerziehende, Obdachlose und sozial Schwächere, die keine Wohnung mehr bekämen, sondern genauso Normalverdiener oder Familien mit Kindern. „Es kann und darf nicht sein, dass Pflegekräfte und Krankenhauspersonal, die ihre ganze Kraft der Gesundheit und dem Wohl anderer widmen, selbst keinen Wohnraum finden. Hier kann man sich nicht auf den freien Markt verlassen.“ Taffertshofer freue sich, dass hier so eine hochkarätige Runde zusammengekommen sei, um ihre Kompetenz in die Waagschale zu werfen und so das Potenzial an Wohnraum im Landkreis besser auszuschöpfen.

Die über 30 Teilnehmer der Experten-Runde kommen zum Teil aus den Verwaltungen der Kommunen: aus den Städten Weilheim und Schongau und aus Landkreisgemeinden. Beteiligt sind auch Vertreter von Wohnbaugesellschaften, die sich seit Jahren im sozialen Wohnungsbau engagieren, etwa Markus Kleinen von der Weilheimer Wohnbau GmbH, der die Veranstaltung moderierte. Auch zahlreiche Teilnehmer waren darunter, die große Erfahrung in der Wohnraumbeschaffung durch unkomplizierte Maßnahmen mitbringen: zum Beispiel Frank Schmidt von der Herzogsägmühle, der das Projekt „Wohnraum für alle“ vorstellte.

Im Fokus der Gespräche steht nicht nur die Schaffung neuen Wohnraums durch Bauen, sondern auch Fehlbelegungssituationen aufzulösen, gegen Leerstand vorzugehen, die Nachverdichtung in Kommunen zu fördern sowie jene Gesellschaftsgruppen zu unterstützen, die sich bei der Wohnungssuche schwerer tun.

Eine Folgeveranstaltung ist für den 31. Januar 2022 geplant. Bis dahin soll in Kleingruppen die Idee eines Wohnheims für Auszubildende und die Erschließung von Leerständen für den Wohnungsmarkt vorangetrieben werden. Ebenso wird die Fortführung von erfolgreichen Projekten wie WoW (Nachbarschaftshilfe Wohnraum Weilheim-Schongau) der Herzogsägmühle behandelt, wie Mitorganisatorin Johanna Greulich, Integrationslotsin beim Landratsamt Weilheim-Schongau, ankündigte.

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Von Kreisbote

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